Deutschland, Konjunktur

IW-Umfrage: Konjunkturwende lässt auf sich warten

02.11.2025 - 04:45:07 | dpa.de

Die deutsche Wirtschaft kommt nicht aus ihrer Dauerkrise. Auch das kommende Jahr könnte erneut schwierig werden.

 Konjunkturwende lässt auf sich warten - Foto: Christian Charisius/dpa
Konjunkturwende lässt auf sich warten - Foto: Christian Charisius/dpa

Die deutsche Wirtschaft steht vor einem weiteren schwierigen Jahr. Darauf deutet eine neue Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln hin. Ein Stimmungsumschwung in den deutschen Unternehmen und eine Konjunkturwende mit einer ausgeprägten Aufschwungsqualität lasse sich nicht erkennen. Viele Firmen planen einen Stellenabbau.

Wirtschaft in Dauerkrise 

Nach zwei Jahren ohne Wirtschaftswachstum rechnen die Bundesregierung und Wirtschaftsinstitute für das laufende Jahr allenfalls mit einem Mini-Wachstum. Nach einem Minus im Frühjahr stagnierte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal. 

Für das kommende Jahr erwartet die Bundesregierung ein Plus des Bruttoinlandsprodukts von 1,3 Prozent. Schub geben sollen vor allem die milliardenschweren Staatsausgaben für Infrastruktur, Klima und Verteidigung. Wirtschaftsverbände fordern aber mit Blick auf im internationalen Vergleich hohe Energiepreise und Steuern sowie steigende Sozialabgaben grundlegende Strukturreformen.

Umfrage: Aussichten weiter trübe

Die Geschäftserwartungen der Firmen für das Jahr 2026 lassen keinen spürbaren Aufschwung erwarten. Laut Umfrage des arbeitgebernahen IW sieht zwar ein Viertel der befragten Unternehmen eine höhere Produktion oder Geschäftstätigkeit als im Jahr 2025 - nahezu ein Drittel aber geht von einem Rückgang aus. 

Schwierig bleibt die Lage vor allem für die Industrie. Die Produktionserwartungen sind der Umfrage zufolge auch für das kommende Jahr negativ. Die deutsche Industrie werde von Handelskonflikten, geopolitischen Verwerfungen und der damit einhergehenden schwächeren
Weltwirtschaft übermäßig stark beeinträchtigt, so das IW. Dazu kämen etwa erneute Gefahren für die Rohstoff- und Materialversorgung sowie die geschwächte Wettbewerbsfähigkeit durch die hohen Energie-, Regulierungs- und Arbeitskosten. Auch die privatwirtschaftlichen Dienstleister gingen pessimistisch in das kommende Jahr. Dagegen habe sich die Geschäftssituation in der Bauwirtschaft deutlich verbessert.

Viele Firmen wollen weniger investieren

Die Dauerkrise hat Folgen auch für die Investitionen. Laut IW planen im kommenden Jahr 33 Prozent aller Firmen mit niedrigeren und
nur 23 Prozent mit höheren Investitionsbudgets. Vor allem die langjährige Investitionskrise in der deutschen Industrie dürfte sich weiter verschärfen und die industrielle Basis weiter unter Druck kommen. Der in den kommenden drei Jahren bereits eingetretene Beschäftigungsabbau in der Industrie werde sich auch 2026 fortsetzen: 41 Prozent der Industriefirmen planten mit weniger und nur 15 Prozent mit mehr Personal. 

Die Bundesregierung hatte steuerliche Entlastungen beschlossen mit dem Ziel, dass Firmen mehr investieren.

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