Bundesbank: Deutsche Wirtschaft verliert vorübergehend an Fahrt
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 12:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie deutsche Wirtschaft hat nach Einschätzung der Bundesbank im dritten Quartal vorübergehend an Fahrt verloren.
Bundesbank sieht Bremsspuren im Sommer
Hohe Energiepreise, schwacher Konsum und die Folgen des Niedrigwassers belasteten die Konjunktur, wie die Notenbank in ihrem Monatsbericht September schreibt. Für das laufende Quartal erwartet sie beim Bruttoinlandsprodukt nur ein leichtes Plus.
Industrie und Export unter Druck
Vor allem das Niedrigwasser im Rhein bremse die Produktion der Industrie, heißt es weiter. Auch die Exporte dürften nach Einschätzung der Bundesbank weniger zum Wachstum beitragen als zuvor. In den ersten beiden Quartalen 2026 hatte die Wirtschaftsleistung noch um 0,4 Prozent und 0,3 Prozent zugelegt.
Hoffnung auf bessere Entwicklung zum Jahresende
Für das vierte Quartal zeigt sich die Bundesbank wieder zuversichtlicher. Dann sollte die deutsche Wirtschaft nach ihrer Erwartung stärker zulegen, sofern sich die Lage im Nahen Osten und die Pegel wichtiger Wasserstraßen normalisieren.
Inflation bleibt ein Risiko
Auch bei den Preisen rechnet die Notenbank vorerst nicht mit Entspannung. Nach dem Auslaufen des Tankrabatts Ende Juni sei die Teuerungsrate im August wieder auf 2,9 Prozent gestiegen. Höhere Energiepreise könnten sich noch eine Zeit lang auf Transport, Produktion und damit auf viele weitere Preise auswirken.
Konjunktur mit Gegenwind
Die Bundesbank zeichnet für das dritte Quartal ein Bild einer Wirtschaft, die weiter wächst, aber an Tempo verliert. Ausschlaggebend sind laut Meldung vor allem die schwächeren Industrieimpulse durch Niedrigwasser, zurückhaltender privater Konsum und höhere Energiepreise.
Warum das für die Erholung wichtig ist
Gerade für eine exportorientierte Volkswirtschaft ist die Kombination aus gestörten Lieferwegen, teureren Vorleistungen und gedämpfter Nachfrage besonders belastend. Wenn Binnennachfrage und Außenhandel gleichzeitig nur verhalten beitragen, bleibt der Spielraum für einen kräftigen Aufschwung begrenzt.
Ausblick auf das vierte Quartal
Für Verbraucher und Unternehmen ist entscheidend, ob sich die Energiepreise beruhigen und die Wasserstände wichtiger Verkehrswege normalisieren. Die Bundesbank signalisiert zwar eine bessere Entwicklung zum Jahresende, doch das Risiko bleibt, dass höhere Kosten über Produktion, Transport und Preise länger auf der Wirtschaft lasten.
