DGUV Vorschrift 2: Digitale Betreuung wird ab Juli Pflicht
25.06.2026 - 22:46:40 | boerse-global.de
Neben schärferen Grenzwerten für krebserregende Stoffe tritt zum 1. Juli 2026 eine reformierte DGUV Vorschrift 2 in Kraft. Betriebe müssen sich auf mehrere Änderungen gleichzeitig einstellen.
Reform der DGUV Vorschrift 2: Digitale Betreuung wird Pflicht
Die überarbeitete DGUV Vorschrift 2 modernisiert die betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung grundlegend. Neu ist die Möglichkeit, Beratungen telefonisch oder online durchzuführen. Der Kreis der präventionsrelevanten Fachkräfte wird erweitert – Arbeitspsychologen sollen stärker eingebunden werden.
Die neue DGUV Regel 100-002 liefert konkrete Praxisbeispiele zur Umsetzung. Betriebsärzte müssen künftig regelmäßige Fortbildungen im Jahresbericht nachweisen.
Büroergonomie: Mehr als nur der richtige Stuhl
Parallel dazu wurde im Juni 2026 die DGUV Regel 115-401 für Bürobetriebe aktualisiert. Der ganzheitliche Ansatz berücksichtigt neben der klassischen Ergonomie an Bildschirmarbeitsplätzen auch psychische Belastungen und das Raumklima. Die Überarbeitung integriert aktuelle rechtliche Verweise, etwa die technischen Regeln für Arbeitsstätten zur Bildschirmarbeit.
EU verschärft Grenzwerte für Krebserreger
Auf europäischer Ebene zeichnet sich ein harter Kurs ab. Am 24. Juni 2026 erzielten die Mitgliedstaaten eine vorläufige Einigung zur sechsten Überarbeitung der Richtlinie über krebserregende Stoffe. Strengere Grenzwerte gelten künftig für Kobalt, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), 1,4-Dioxan, Isopren und Schweißrauche.
Angesichts verschärfter Grenzwerte und neuer Vorschriften stehen Sicherheitsverantwortliche vor der Herausforderung, ihre Dokumentation rechtssicher zu gestalten. Dieser kostenlose Report liefert bewährte Hilfsmittel und Vorlagen zur Gefährdungsbeurteilung, die in der Praxis und vor Behörden standhalten. Rechtssichere Vorlagen zur Gefährdungsbeurteilung kostenlos sichern
Ziel der Initiative: Innerhalb der nächsten vier Jahrzehnte sollen rund 1.700 Lungenkrebsfälle und insgesamt 19.000 berufsbedingte Erkrankungen verhindert werden. Die formelle Zustimmung des EU-Parlaments und des Rates steht noch aus.
Maschinenverordnung: Strengere Regeln ab Januar 2027
Die neue EU-Maschinenverordnung 2023/1230 wirft ihre Schatten voraus. Ab dem 20. Januar 2027 löst sie die bisherige Maschinenrichtlinie ab. Besonders betroffen: kraftbetätigte Fenster. Sie benötigen künftig eine jährliche Prüfung sowie zusätzliche Sicherungen gegen Absturz.
Neue Materialien für den Explosionsschutz
BASF stellte am 25. Juni 2026 einen neuen Hochleistungskunststoff für Pressluftatmer vor. Das Material bietet einen reduzierten Oberflächenwiderstand für den Einsatz in explosionsgefährdeten Zonen und erfüllt die Flammschutzklasse V-0.
Exoskelett für die Solar-Montage
Für Arbeiten in der Solar- und Photovoltaikmontage wurde im Juni 2026 ein neues Exoskelett präsentiert. Die Besonderheit: Es lässt sich mit bestehenden Systemen zur Absturzsicherung kombinieren und entlastet den Rücken passiv bei Hebe- und Beugevorgängen.
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Robotik: Sicherheitsarchitektur mit 20 Zonen
Kendrion bietet eine neue Sicherheitsarchitektur an, die für die Norm ISO 10218:2025 zertifiziert ist. Das System überwacht Position, Geschwindigkeit und Drehmoment in bis zu 20 Sicherheitszonen. Auch bei Baumaschinen wurden am 24. Juni 2026 neue Standards für Radlader implementiert – mit Radarsystemen, KI-Kameras und Brandschutzvorrichtungen nach EN 1834-1:2000.
Digitale Helfer für ISO-Zertifizierungen
Um die Einhaltung der Normen ISO 9001, ISO 14001 oder ISO 45001 zu gewährleisten, setzen Unternehmen verstärkt auf spezialisierte Wartungsplaner-Software. Die Systeme dokumentieren die Instandhaltung lückenlos und liefern die für Audits notwendigen Nachweise. Ein konsequentes Fristenmanagement erhöht nicht nur die Rechtssicherheit, sondern reduziert auch ungeplante Ausfälle.
Präventionsforum: Psychische Belastungen im Fokus
Die Relevanz dieser Maßnahmen wurde auf dem 11. NPK-Präventionsforum am 23. Juni 2026 in Berlin unterstrichen. Dort diskutierten Experten, dass psychische Störungen 2024 die dritthäufigste Ursache für Fehlzeiten waren. Digitalisierung und Technostress rücken zunehmend in den Fokus der nationalen Präventionsstrategien.
