Deutschland, Fachkräfte

Deutschland verliert Fachkräfte: 109.000 IT-Experten fehlen jetzt

21.06.2026 - 11:03:17 | boerse-global.de

Unternehmen zahlen für KI-Experten deutlich höhere Löhne. Die Zahl der Stellenanzeigen wächst rasant, während Deutschland um Fachkräfte kämpft.

KI-Fachkräftemangel: Gehaltsprämien steigen auf 62 Prozent
Deutschland - Eine stilisierte menschliche Hand interagiert mit einem holografischen Interface, das Datengrafiken und neuronale Netzwerke zeigt. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Unternehmen zahlen inzwischen 62 Prozent höhere Gehälter für entsprechende Positionen – und die Schere öffnet sich weiter.

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Markt boomt, Gehälter explodieren

Die Nachfrage nach KI-Experten ist außer Kontrolle. Laut dem aktuellen PwC KI-Jobbarometer 2026 wuchs die Zahl der Stellenanzeigen im vergangenen Jahr um 69 Prozent. Zum Vergleich: Der Gesamtmarkt legte nur um 9 Prozent zu.

Das treibt die Gehälter nach oben. Der Lohnaufschlag für Positionen mit KI-Fähigkeiten stieg von 57 auf 62 Prozent. Wer die richtigen Skills mitbringt, kann also deutlich mehr verlangen.

Unternehmen mit hoher KI-Exponierung konnten ihre Belegschaft um 52 Prozent aufstocken. Bei weniger exponierten Firmen waren es nur 36 Prozent. Dennoch: Knapp die Hälfte der CEOs erwartet, dass KI künftig zu weniger Neueinstellungen bei Berufseinsteigern führt.

Software übernimmt die Personalarbeit

Die Rekrutierung wird zunehmend automatisiert. Remote People stellte am 19. Juni in New York ein KI-gestütztes System vor. Es führt HR-Aktionen wie Onboarding und Gehaltsanpassungen in 180 Ländern eigenständig aus – inklusive Compliance-Prüfung.

Die Technologie zeigt Wirkung. Der Personaldienstleister Adecco verzeichnete über 1,2 Millionen KI-gestützte Interaktionen im Recruiting. Die Zeit bis zur Stellenbesetzung verkürzte sich um rund 50 Prozent.

Parallel dazu plant Microsoft für Juni 2026 neue Funktionen zur Erfassung der Büropräsenz. Die Technologie basiert auf WLAN- und IP-Daten.

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Deutschland verliert den Anschluss

Trotz aller Digitalisierung fehlen hierzulande 109.000 IT-Fachkräfte. Der Branchenverband Bitkom warnt: Bis 2040 könnte die Zahl auf 663.000 steigen.

Die Gründe sind hausgemacht. Im Vergleich zu den USA fließt deutlich weniger Risikokapital in KI-Startups. Hinzu kommen langwierige Visa-Verfahren: Während Kanada Bewerber in sechs bis acht Wochen abfertigt, warten Fachkräfte in Deutschland oft über ein Jahr.

Die Folgen sind messbar. Eine DeZIM-Studie von 2026 zeigt: 21 Prozent der in Deutschland lebenden IT-Experten erwägen einen Wegzug. Jedes vierte deutsche Startup denkt laut Bitkom über eine Abwanderung nach. Und 61 Prozent der IT-Beschäftigten berichten von anhaltender Überlastung.

Weiterbildung als letzte Chance

Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, setzen Unternehmen auf Qualifizierung. Tim Leuthold von der WBS CODING SCHOOL betont: Gefragt sind Fachkräfte, die KI-Outputs kritisch bewerten und Arbeitsprozesse automatisieren können. Die Agentur für Arbeit fördern solche Weiterbildungen teilweise.

Speziell für Frauen entstehen neue Angebote. Die Initiative „SIE & KI“ wird ab September 2026 in Niederösterreich ausgebaut. Ziel: Berührungsängste abbauen und Kompetenzen in Workshops vermitteln.

Microsoft-Managerin Katy George stellt klar: „KI-Kompetenz wird zur Grundalphabetisierung im Berufsleben.“ Managementfähigkeiten wie das Delegieren an KI-Systeme gewinnen massiv an Bedeutung.

Neue Regeln im Talent-Wettbewerb

Startups setzen bei der Akquise auf andere Methoden als reine Gehaltswettbewerbe. Laut aktuellem Branchen-Leitfaden zählen zunehmend:

  • Zugang zu Rechenleistung
  • Qualität des Teams
  • Direkte Verantwortungsübernahme (Ownership)

Bei der Prüfung von Kandidaten haben sich praktische Übungen und gemeinsames Programmieren (Pair-Programming) als besonders effektiv erwiesen.

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