USA, Schweiz

Solarkonzern Meyer Burger stellt Bedingungen für Investitionen

22.06.2023 - 08:04:28

Der Solarkonzern Meyer Burger hat Bedingungen für einen Ausbau seiner Produktionskapazitäten in Deutschland formuliert.

Die Messlatte bei der anstehenden Entscheidung über künftige Investitionen in neue Kapazitäten sei das als Inflation Reduction Act (IRA) bekannte Förderprogramm der US-Regierung, sagte Meyer-Burger-Chef Gunter Erfurt dem Wirtschaftsmagazin Capital. "Wenn eine staatliche Unterstützung hierzulande signifikant von der Unterstützung durch den IRA in den USA abweicht - warum sollte ein Unternehmen dann hier investieren?", so Erfurt.

"Das ist keine Drohung. Das ist Realwirtschaft", fügte er hinzu. Meyer Burger sei ein börsennotiertes Unternehmen und stehe in einem internationalen Wettbewerb. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass der Schweizer Konzern seine Pläne für einen Ausbau der Zellfertigung am Standort in Thalheim in Sachsen-Anhalt überdenkt. Stattdessen könnte er seine Investitionen auf die USA konzentrieren und dort künftig auch Solarzellen produzieren. Derzeit baut Meyer Burger eine Modulproduktion in Arizona auf. Nach den bisherigen Plänen sollen die Zellen dafür aus Thalheim kommen, wo die Produktionskapazität eigentlich auf 3,4 Gigawatt ausgebaut werden soll. Erfurt kündigte jetzt an, der Konzern werde in den nächsten Wochen eine Grundsatzentscheidung treffen: "Der Ausbau der Zellproduktion in Thalheim ist fertig geplant, alle nötigen Aufträge sind erteilt, aber noch steht in der Halle kein Equipment." Technisch sei es möglich, die Maschinen stattdessen in den USA aufzubauen. Der Meyer-Burger-Chef kritisierte, dass Europa bislang als einzige große Weltregion keine industriepolitische Strategie für die Solarbranche verfolge. Dagegen würden die Amerikaner frühere Versäumnisse aktuell "mit brachialer Entschlossenheit" korrigieren - auch mithilfe unkomplizierter Förderung für Cleantech-Unternehmen. Mit Blick auf Bekundungen in Berlin und Brüssel, den Wiederaufbau der Solarbranche in Europa unterstützen zu wollen, forderte Erfurt die Politik auf, Klarheit zu schaffen: "Uns rennt die Zeit davon."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

Trump verkündet Einigung im Grönland-Konflikt - Keine Strafzölle. US-Präsident Donald Trump hat die für 1. Februar im Zuge des Grönland-Konflikts angedrohten Strafzölle wieder abgesagt. Trump verkündet Einigung im Grönland-Konflikt - Keine Strafzölle (Ausland, 21.01.2026 - 20:39) weiterlesen...

Experten sorgen sich um deutsche Goldreserven in den USA Im Umfeld der Bundesbank und in der Politik werden vermehrt Forderungen laut, die deutschen Goldreserven im Wert von derzeit rund 164 Milliarden Euro aus New York abzuziehen.Der frühere Leiter der Forschungsabteilung der Bundesbank, Emanuel Mönch, sagte dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe): "Angesichts der geopolitischen Situation scheint es aktuell riskant, so viel Gold in den USA zu lagern. (Ausland, 21.01.2026 - 18:41) weiterlesen...

Trump wiederholt Besitzanspruch auf Grönland US-Präsident Donald Trump hat seinen Besitzanspruch auf Grönland wiederholt. (Ausland, 21.01.2026 - 15:52) weiterlesen...

Grönland: EU plant Sicherheitsstrategie und Antwort auf US-Zölle Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen (CDU), hat am Dienstag auf die Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber der zu Dänemark gehörenden Insel Grönland sowie auf Trumps Zollankündigungen gegen EU-Staaten reagiert.Die vorgeschlagenen zusätzlichen Zölle seien ein Fehler, insbesondere zwischen langjährigen Verbündeten, sagte von der Leyen auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. (Ausland, 20.01.2026 - 12:52) weiterlesen...

Trump droht Frankreich mit 200-Prozent-Zöllen. Für Macron findet er keine guten Worte. Wein und Champagner im Visier: Trump droht Frankreich vor Journalisten mit hohen Zöllen, um eine Teilnahme am «Friedensrat» für Gaza zu erreichen. (Ausland, 20.01.2026 - 08:55) weiterlesen...

Wirtschaftsweiser Werding fordert harte Zölle für die USA Der Wirtschaftsweise Martin Werding fordert die EU zu einer harten Antwort auf Trumps Zolldrohungen im Zusammenhang mit Grönland auf. (Ausland, 20.01.2026 - 00:00) weiterlesen...