Deutschland, Europa

EZB-Präsidentin plädiert für mehr erneuerbare Energien

05.05.2026 - 15:55:57 | dpa.de

Der Iran-Krieg hat die Preise für Öl und Gas hoch getrieben. Aus Sicht von EZB-Präsidentin Lagarde muss Europa bei der Abhängigkeit von fossilen Energien handeln - auch aus Wirtschaftsinteressen.

EZB-Präsidentin Lagarde spricht sich wegen des Iran-Kriegs für mehr erneuerbare Energien aus. (Archivbild) - Foto: Florian Wiegand/dpa
EZB-Präsidentin Lagarde spricht sich wegen des Iran-Kriegs für mehr erneuerbare Energien aus. (Archivbild) - Foto: Florian Wiegand/dpa

EZB-Präsidentin Christine Lagarde plädiert auch angesichts des Iran-Kriegs für den Ausbau erneuerbarer Energien. «Europa importiert rund 60 Prozent seiner Energie - nahezu vollständig in Form fossiler Brennstoffe», sagte die Französin in Frankfurt auf einer Konferenz der Europäischen Zentralbank zu Klima, Natur und Geldpolitik. «Die heutigen, stark steigenden Energiepreise führen die Kosten dieser Abhängigkeit vor Augen.» 

Alternative Energiequellen böten den besten Weg, um die Zielkonflikte zwischen den energiepolitischen Zielen Europas - Sicherheit, Nachhaltigkeit und Bezahlbarkeit - zu verringern, sagte Lagarde.

Spanien und Portugal besser vor Anstieg der Gaspreise geschützt

Eine Analyse der EZB zum aktuellen Energiepreisschock zeige, dass Länder, in denen ein höherer Anteil des Stroms aus nicht-fossilen Quellen erzeugt werde - wie etwa Spanien und Portugal - besser vor dem Anstieg der Gaspreise geschützt seien. 

Lagarde verwies auch auf die Kosten des Klimawandels. Ein Wetterereignis, das die landwirtschaftliche Produktion beeinträchtige, könne die Lebensmittelpreise hochtreiben. So habe die Hitzewelle des vergangenen Sommers die Preise für unverarbeitete Lebensmittel im Euroraum nach einem Jahr schätzungsweise um bis zu 0,7 Prozentpunkte erhöht.

Lagarde: Klimawandel trifft die Wirtschaft

Solche Ereignisse könnten aber auch die Wirtschaftsleistung belasten, und das wahrscheinlich hartnäckiger als früher angenommen. «Analysen der EZB haben ergeben, dass die regionale Wirtschaftsleistung vier Jahre nach einer Dürre oder Überschwemmung im Durchschnitt um rund 3 Prozentpunkte gedrückt bleibt.»

Wegen des Iran-Kriegs haben sich Erdöl und Gas am Weltmarkt rasant verteuert, was Unternehmen und Verbraucher belastet. Mit dem Energiepreisschock stieg die Inflation in der Eurozone im April auf drei Prozent - weit mehr als das mittelfristige EZB-Ziel von zwei Prozent. Wegen des Inflationsdrucks zeichnet sich eine Leitzinserhöhung im Juni ab.

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