Ifo-Preiserwartungen, Energiepreise

Ifo: Unternehmen geben höhere Energiepreise weiter

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 07:40 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der Ifo-Indikator für geplante Preiserhöhungen steigt im September auf 22,7 Punkte. Besonders stark wächst der Preisdruck in energieintensiven Industrien und im Handel.

Ifo-Institut: Höhere Energiepreise werden zunehmend weitergegeben
Tankstelle (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die deutschen Unternehmen rechnen im September häufiger mit steigenden Preisen als im Vormonat. Die Preiserwartungen des Ifo-Instituts stiegen von 21,4 auf 22,7 Punkte.

Nach Angaben des Instituts deutet die Entwicklung darauf hin, dass höhere Energiepreise zunehmend an Kunden weitergegeben werden.

Preisdruck in der Industrie nimmt zu

„Sprit und Heizöl haben sich bereits spürbar verteuert, im Winter dürften die Energieversorger die Preise für Strom und Gas anheben. Gleichzeitig wird der Preisdruck bei vielen Waren und Dienstleistungen weiter zunehmen“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

Er erwartet, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten auf über drei Prozent steigt.

Handel plant häufiger höhere Preise

Besonders deutlich legten die Preiserwartungen energieintensiver Industrieunternehmen zu. Der Indikator stieg von 19,5 Punkten im August auf 24,8 Punkte im September.

Bei nicht energieintensiven Unternehmen erhöhte sich der Wert von 19,2 auf 20,4 Punkte. Im Handel kletterte er von 30,0 auf 35,6 Punkte.

Dienstleister mit geringeren Erwartungen

Eine gegenläufige Entwicklung verzeichnete das Ifo-Institut bei den Dienstleistern. Dort sank der Indikator von 20,9 auf 19,8 Punkte.

Als Gründe für den zunehmenden Preisdruck nannte das Institut deutlich gestiegene Rohölpreise nach der Blockade der Meerenge Bab al-Mandab. Auch Erdgas- und Strompreise erreichten Mitte September den höchsten Stand seit Ende 2022.

Die Ifo-Preiserwartungen gelten als Frühindikator dafür, wie viele Unternehmen in den kommenden Monaten Preiserhöhungen planen. Der Anstieg von 21,4 auf 22,7 Punkte signalisiert deshalb keinen gleichmäßigen Preisschub in allen Branchen, sondern einen wachsenden Anteil von Firmen mit Erhöhungsabsichten.

Besonders relevant ist die Entwicklung in energieintensiven Industrien. Dort stieg der Indikator deutlich von 19,5 auf 24,8 Punkte. Steigende Kosten für Energie, Rohstoffe, Transport und Vorprodukte können zunächst die Gewinnmargen belasten und anschließend über höhere Verkaufspreise an Abnehmer und Verbraucher weitergereicht werden.

Energie als zentraler Inflationstreiber

Die Entwicklung fällt in eine Phase erhöhter Preisschwankungen an den Energiemärkten. Höhere Ausgaben für Kraftstoff, Gas und Strom wirken nicht nur direkt auf private Haushalte, sondern erhöhen auch die Kosten von Produktion, Logistik, Handel und Dienstleistungen. Dass die Preiserwartungen im Handel von 30,0 auf 35,6 Punkte stiegen, erhöht den möglichen Druck auf die Verbraucherpreise.

Für Haushalte bedeutet die Entwicklung, dass Entlastungen an einzelnen Stellen durch steigende Preise an anderer Stelle aufgezehrt werden können. Im Dienstleistungssektor gingen die Erwartungen zwar von 20,9 auf 19,8 Punkte zurück; das spricht für ein uneinheitliches Bild. Sollte sich die Energieverteuerung über mehrere Monate fortsetzen, könnte sie laut Ifo-Prognose die Inflationsrate über drei Prozent treiben.

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