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BDI warnt vor russischen Sabotageakten gegen deutsche Industrie

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 07:03 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der BDI sieht deutsche Unternehmen, kritische Infrastrukturen und verteidigungsrelevante Lieferketten dauerhaft im Fokus russischer Einfluss- und Sabotageaktivitäten. Verbandsvize Holger Lösch fordert gemeinsame Verfahren, damit Warnungen der Sicherheitsbehörden schneller in konkrete Schutzmaßnahmen münden.

BDI warnt vor russischen Sabotageakten gegen deutsche Industrie
Stahlproduktion (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Industrie soll Schutzlücken schließen

  • BDI-Vize Holger Lösch warnt vor anhaltenden und vielfältigeren Angriffsmethoden gegen deutsche Unternehmen.
  • Unternehmen, kritische Infrastrukturen und verteidigungsrelevante Lieferketten stehen laut Lösch bereits heute im Fokus.
  • Als größte Schutzlücke bezeichnet der BDI den Übergang von behördlichen Warnungen zu konkreten Maßnahmen.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnt nach der jüngsten Russlandwarnung des Bundesnachrichtendienstes (BND) vor anhaltenden Sabotage- und Einflussaktivitäten gegen die deutsche Wirtschaft. Unternehmen müssten sich darauf einstellen, dass die Bedrohung fortbestehe und die Angriffsmethoden vielfältiger würden, sagte der stellvertretende BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch dem Handelsblatt.

Unternehmen im Fokus möglicher Angriffe

Nach Löschs Einschätzung geraten Unternehmen nicht zufällig ins Visier. Eine leistungsfähige Industrie sei Voraussetzung für Verteidigungsfähigkeit, Versorgungssicherheit und staatliche Handlungsfähigkeit.

Russische Einfluss- und Sabotageaktivitäten seien längst kein abstraktes Szenario mehr, sagte Lösch. Unternehmen, kritische Infrastrukturen und verteidigungsrelevante Lieferketten stünden bereits heute im Fokus der Angriffe.

BDI fordert politische Priorität

Der Schutz der Industrie müsse deshalb ein Grundbaustein der nationalen Sicherheit sein und politische Priorität haben. Weil sich Art und Ziel möglicher Angriffe nur schwer vorhersagen ließen, brauche es eingespielte Prozesse und einen engen Austausch zwischen Staat und Wirtschaft.

Bei der Abwehr sieht Lösch jedoch erhebliche Defizite. Zwar würden Unternehmen zunehmend über Gefährdungen informiert, und die Zusammenarbeit mit den Behörden habe sich deutlich verbessert.

Warnungen müssen zu Maßnahmen führen

Die größte Schutzlücke liege weiterhin beim Übergang von Warnungen der Sicherheitsbehörden zum Handeln, sagte der BDI-Vize. Es fehlten gemeinsame Verfahren, um aus Warnungen schnell konkrete Maßnahmen abzuleiten.

Die Warnung des BDI trifft auf eine Sicherheitslage, in der Unternehmen nicht mehr nur als wirtschaftliche Akteure, sondern auch als Bestandteile der staatlichen Widerstandsfähigkeit betrachtet werden. Besonders relevant sind Produktionsstandorte, Logistik, Energieversorgung, Telekommunikation und Lieferketten mit Bedeutung für Verteidigung und Versorgung.

Für die Industrie liegt die zentrale Herausforderung nicht allein darin, einzelne Angriffe zu erkennen. Entscheidend ist, ob Sicherheitsbehörden und Unternehmen Informationen schnell in abgestimmte Maßnahmen übersetzen können. Dazu gehören klare Meldewege, feste Ansprechpartner, Notfallpläne und Übungen für den Fall von Cyberangriffen, Sabotage oder Ausfällen kritischer Zulieferer.

Warnungen müssen handlungsfähig machen

Die von Holger Lösch beschriebene Lücke betrifft damit die Schnittstelle zwischen staatlicher Lagebewertung und betrieblicher Krisensteuerung. Unternehmen benötigen möglichst konkrete Hinweise, ohne dass sensible Informationen offengelegt werden. Behörden wiederum sind auf Rückmeldungen aus der Wirtschaft angewiesen, um Gefahren früh zu erkennen und Schutzmaßnahmen gezielt anzupassen.

Für die Bevölkerung kann eine widerstandsfähigere Industrie vor allem bei der Stabilität von Energie, Warenversorgung und öffentlicher Infrastruktur bedeutsam sein. Der Schutz vor Einfluss- und Sabotageaktivitäten wird damit zu einer dauerhaften Aufgabe, die Sicherheitsbehörden, Unternehmen und politische Entscheidungsträger organisatorisch enger verbinden muss.

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