Brandenburg, Deutschland

Heidelberger Druck steigt in Drohnenabwehr ein

14.04.2026 - 05:00:05 | dpa.de

Zuletzt häuften sich Drohnensichtungen an Flughäfen und Kasernen in Deutschland. In Brandenburg baut ein für Druckmaschinen bekanntes Unternehmen ein Zentrum für Drohnenabwehr auf.

Das Unternehmen Heidelberger Druckmaschinen steigt mit einem Joint Venture in die Drohnenabwehr ein. Das Vorhaben wird am Standort in Brandenburg an der Havel umgesetzt. (Symbolbild) - Foto: Uwe Anspach/dpa

Der Druckmaschinenhersteller Heidelberg steigt in das Geschäft mit Drohnenabwehrsystemen ein und will den Schutz kritischer Infrastruktur stärken. Das Unternehmen nahm gemeinsam mit einem amerikanisch-israelischen Technologie-Anbieter in Brandenburg an der Havel den Betrieb auf. Mit der Technik sollen Drohnen, die etwa zu Spionage- oder Sabotagezwecken aufsteigen, abgefangen werden.

Drohnen seien zu einem der meistgenutzten Mittel hybrider Militärstrategien geworden, teilte das Unternehmen am Nachmittag mit. Das neu gegründete Joint Venture Onberg Autonomous Systems entwickelt technologische Systeme zur Abwehr. 

«Die Systeme sind auf höchste Anforderungen der nationalen Sicherheit, des Grenzschutzes sowie militärischer, ziviler und industrieller Anwendungen ausgelegt», hieß es. Sie werden laut Unternehmen zuerst in Deutschland und der Ukraine vermarktet. 

«Auf der Grundlage von 175 Jahren deutscher Maschinenbaukompetenz von Heidelberg entsteht hier ein wesentlicher Beitrag zur technologischen Unabhängigkeit Europas», sagte der Vorstandsvorsitzende der Heidelberger Druckmaschinen AG, Jürgen Otto. Auch der israelische Botschafter Ron Prosor kam zum Betriebsstart, bei dem die Drohenabwehrtechnik demonstriert wurde. 

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte: «Angesichts einer wachsenden Bedrohungslage müssen wir unsere kritischen Infrastrukturen noch besser schützen.» Brandenburg bekenne sich zu dieser Ansiedlung und dem Ziel, die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands zu stärken. 

In Brandenburg an der Havel hat der Druckmaschinen-Spezialist Heidelberg seit 1991 eine Produktionsstätte. Dort sind rund 380 Menschen beschäftigt. 

Bei der Drohnenabwehr stehen unter anderem Flughäfen, Bundeswehr-Standorte und Energieversorger im Fokus. Nach Angaben der Bundesregierung haben Drohnensichtungen an wichtigen Einrichtungen in Deutschland seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine zugenommen. Zuletzt waren Drohnen in der Luft ein Sicherheitsrisiko etwa am Hauptstadtflughafen BER. 

Onberg ist ein Gemeinschaftsunternehmen einer Tochter der Heidelberger Druckmaschinen AG und dem US-amerikanisch-israelischen Unternehmen Ondas Autonomous Systems.

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