Dacharbeiten, Hessen

Dacharbeiten: Hessen startet Aktionswoche gegen 35.000 Absturzunfälle

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hessens Regierungspräsidien kontrollieren vom 21. bis 25. September Dacharbeiten und prüfen Schutzmaßnahmen, Zugänge sowie betriebliche Informationen.

Hessen prüft Dacharbeiten: Aktionswoche gegen Absturzunfälle
Symbolbild: Schutzhelm und Schutzbrille auf einer Werkbank Illustration mit AI erstellt.

In einer konzertierten Aktion setzen die hessischen Arbeitsschutzbehörden in der kommenden Woche einen deutlichen Schwerpunkt auf die Sicherheit bei Dacharbeiten. Die Regierungspräsidien Darmstadt, Gießen und Kassel führen vom 21. bis zum 25. September 2026 eine landesweite Aktionswoche durch, in deren Rahmen verstärkt Kontrollen zur Vermeidung von Absturzunfällen stattfinden sollen.

Umfangreiche Kontrollen in hessischen Unternehmen

Die angekündigten Überprüfungen erstrecken sich auf alle Unternehmen, die über betretbare Dächer verfügen und auf denen Dacharbeiten durchgeführt werden. Ziel der Maßnahme ist es, die Einhaltung der geltenden Sicherheitsstandards flächendeckend zu gewährleisten.

Die Aufsichtsbehörden der drei Regierungspräsidien legen dabei besonderes Augenmerk auf drei Kernbereiche: die Umsetzung konkreter Schutzmaßnahmen gegen Abstürze, den Informationsfluss innerhalb der Betriebe sowie die Gewährleistung eines sicheren Dachzugangs für die Beschäftigten.

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Besonders in Mittelhessen wird die Präsenz der Kontrolleure deutlich spürbar sein. Demnach sind in diesem Regierungsbezirk fünf Landkreise von den angekündigten Maßnahmen betroffen. Die Regierungspräsidien beabsichtigen mit dieser Initiative, das Bewusstsein für die Gefahrenquellen in der Höhe zu schärfen und die betriebliche Präventionsarbeit zu stärken.

Hintergrund der Initiative: Hohe Unfallzahlen im Dachbereich

Anlass für die Durchführung der Aktionswoche sind besorgniserregende Zahlen aus dem aktuellen Unfallgeschehen. Wie aus dem Bericht „Arbeitsunfallgeschehen 2024“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) hervorgeht, wurden in einem Jahr 35.000 meldepflichtige Absturzunfälle registriert. Besonders schwerwiegend ist dabei die Zahl der tödlichen Verläufe: Insgesamt 53 Menschen kamen infolge solcher Unfälle ums Leben.

Das Regierungspräsidium Darmstadt ordnet die Situation als kritisch ein und weist darauf hin, dass Abstürze von Dächern zu den häufigsten Ursachen für schwere Arbeitsunfälle zählen. Die Gefährdung betrifft dabei nicht nur das klassische Dachdeckerhandwerk, sondern alle Branchen, in denen Arbeiten auf Gebäuden oder Instandhaltungsmaßnahmen an Dächern erforderlich sind.

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Langfristige Risikobewertung durch den Arbeitsschutz

Die Relevanz der Kontrollwoche wird durch eine langfristige statistische Betrachtung unterstrichen. Aus Daten für den Zeitraum von 2009 bis 2022 geht hervor, dass fast jeder dritte tödliche Arbeitsunfall in Deutschland auf einen Absturz zurückzuführen war. Diese Quote verdeutlicht, dass die Sturzprävention weiterhin eine der zentralen Herausforderungen für den gewerblichen Arbeitsschutz darstellt.

Durch die gezielten Überprüfungen ab dem 21. September wollen die hessischen Behörden sicherstellen, dass technische und organisatorische Mängel frühzeitig erkannt und behoben werden. Die Aktionswoche dient somit als präventives Instrument, um die Sicherheit der Beschäftigten bei Tätigkeiten in der Höhe nachhaltig zu verbessern und die Unfallstatistiken der kommenden Jahre positiv zu beeinflussen.

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