Cyberkriminalität, WhatsApp-Nutzer

Cyberkriminalität: Deutsche WhatsApp-Nutzer verlieren doppelt so viel

01.06.2026 - 17:49:58 | boerse-global.de

Studie zeigt hohe Verluste bei WhatsApp-Betrug in Deutschland. Versicherer und Technik reagieren auf wachsende Cybergefahren.

Cyberkriminalität: Deutsche WhatsApp-Nutzer verlieren doppelt so viel - Bild: über boerse-global.de
Cyberkriminalität: Deutsche WhatsApp-Nutzer verlieren doppelt so viel - Bild: über boerse-global.de

Eine aktuelle Studie von Kaspersky zeigt: Deutsche WhatsApp-Nutzer verlieren pro Betrugsfall fast doppelt so viel Geld wie der weltweite Durchschnitt. Besonders alarmierend: Bei 44 Prozent der erfolgreichen Angriffe entsteht der finanzielle Schaden innerhalb von nur 30 Minuten. Drei Viertel der Betroffenen vermuten zudem den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

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Versicherer reagieren auf wachsende Cybergefahren

Die Versicherungsbranche zieht Konsequenzen aus der Bedrohungslage. Die DEVK bietet gemeinsam mit der Sparda-Bank Hamburg ab sofort einen speziellen Cyber-Schutz an. Die Police deckt Daten- und Identitätsdiebstahl, Online-Betrug sowie gefälschte Onlineshops ab. Ein 24/7-Notdienst ist inklusive, die Entschädigung kann bis zu 10.000 Euro pro Jahr betragen.

Auch Deepfakes stellen Versicherer vor neue Herausforderungen. Private Cyber-Policen helfen zwar bei der Löschung solcher Inhalte und vermitteln Dienstleister. Doch die Deckung hat Grenzen: Sie greift nur bei konkreten Rechtsverstößen wie Persönlichkeitsrechtsverletzungen und nachweisbarem Schaden. Die Erstattungssummen und die Anzahl der Löschversuche sind begrenzt. Hausrat- und Rechtsschutzversicherungen können hier ergänzend einspringen.

Technik als Schutzschild gegen automatisierte Angriffe

Sicherheitsexperten setzen zunehmend auf vorbeugende Technologien. Das britische National Cyber Security Centre (NCSC) hat Passkeys als sicherste Authentifizierungsmethode identifiziert. Diese biometrisch geschützten Zugangsschlüssel nutzen Public-Key-Kryptografie und sind gerätegebunden – sie sind für jede Website einzigartig. Die indische Zentralbank konnte nach der Umstellung auf FIDO-Passkeys einen Rückgang der Betrugsfälle um 50 Prozent verzeichnen.

Google rüstet ebenfalls auf: Der Chrome-Browser für Windows erhält sogenannte Device Bound Session Credentials (DBSC). Diese Technologie bindet Sitzungscookies kryptografisch an Hardwarekomponenten wie das Trusted Platform Module (TPM). Gestohlene Cookies werden dadurch auf anderen Geräten unbrauchbar. Der Rollout für Google Workspace und private Konten soll innerhalb von 60 Tagen erfolgen.

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Neue Angriffsmethoden: NFC und KI-Krypto-Betrug

Trotz technischer Fortschritte bleibt die Kriminalität in bestimmten Bereichen hoch. Zwar meldet Niedersachsen einen Rückgang der Internetbetrugsfälle auf 18.304 im Jahr 2025 – ein deutlicher Rückgang gegenüber 29.361 im Jahr 2021. Doch die Methoden werden professioneller. NFC-Angriffe auf Android-Geräte stiegen zwischen Januar und April 2026 um 188 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. KI-gestützte Kryptowährungs-Betrugsmaschen verzeichneten sogar einen Anstieg um 500 Prozent, wie dem US-Kongress Ende Mai berichtet wurde.

Gerichte verschärfen Haftung: 100.000 Euro Schadenersatz

Die finanzielle Verantwortung für digitale Fahrlässigkeit wird zunehmend juristisch eingefordert. Das Landgericht Karlsruhe entschied am 20. Mai 2026: Ein Rentner haftet für 100.000 Euro Schaden, nachdem er auf eine manipulierte Rechnung geklickt hatte. Das Urteil unterstreicht die wachsende rechtliche Verantwortung der Bürger, Warnsignale wie Zeitdruck oder Aufforderungen zur Installation von Fernwartungssoftware zu erkennen.

Unternehmen im Visier: Ransomware-Attacken nehmen zu

Die Wirtschaft steht vor noch größeren Herausforderungen. Das Bundeskriminalamt (BKA) meldet für 2025 einen Anstieg der Ransomware-Angriffe um zehn Prozent auf 1.041 gemeldete Fälle. 96 Prozent davon richteten sich gegen Unternehmen. Ein aktueller Vorfall bei einem Klinikdienstleister in Baden-Württemberg zeigt, wie kompromittierte Zugangsdaten und schwache Passwörter zur Erpressung mit gestohlenen Patientendaten führen können. Trotz der steigenden Zahl von Angriffen zahlen nur sieben Prozent der Opfer das geforderte Lösegeld.

Neue Abwehrtechnologien für kritische Infrastruktur

Die m-privacy GmbH hat am 1. Juni 2026 ein neues Daten-Gateway in ihre Sicherheitslösungen integriert. Die Technologie schützt Downloads für Betreiber kritischer Infrastrukturen und Behörden. Sie normalisiert Dateien und entfernt aktive Inhalte wie Makros, bevor diese das System des Nutzers erreichen.

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