CSRD-Richtlinie, Treibhausgas-Bilanzen

CSRD-Richtlinie: Treibhausgas-Bilanzen für 1.000+ Mitarbeiter Pflicht

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 18:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die neue EU-Richtlinie zwingt Firmen zur Offenlegung ihrer Treibhausgas-Bilanzen, wobei Scope-3-Emissionen die größte Herausforderung darstellen.

CSRD-Pflicht: Scope-3-Emissionen als größte Hürde für Unternehmen
Eine stilisierte, leuchtende digitale Infografik zeigt komplexe, vernetzte Datenpunkte und Linien, die globale Lieferketten und CO2-Emissionen darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Betroffen sind Firmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern und über 450 Millionen Euro Umsatz. Sie müssen ihre Emissionen nach dem Standard ESRS E1 offenlegen.

Die größte Hürde: Scope 3

Die Klimabilanz folgt dem Greenhouse Gas Protocol mit drei Kategorien. Scope 1 erfasst direkte Emissionen aus eigenen Quellen, Scope 2 die aus eingekaufter Energie. Doch Scope 3 wird zum Problem: Er deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Rohstoffgewinnung bis zur Produktentsorgung.

Bei vielen Unternehmen machen Scope-3-Emissionen 70 bis 90 Prozent des Gesamtausstoßes aus. Die erste Bilanz zu erstellen, dauert sechs bis zwölf Wochen. Ohne systematische Erfassung drohen Strafzahlungen oder Wettbewerbsnachteile.

Daimler Truck warnt vor existenzbedrohenden Folgen

Die Dekarbonisierung wird durch Sanktionen bei verfehlten Reduktionszielen verschärft. Die Konzernleitung von Daimler Truck sieht die EU-Regulierung als existenzbedrohend. Um das Ziel einer 43-prozentigen CO2-Reduktion bis 2030 zu erreichen, müssten rund 35 Prozent der Neuzulassungen elektrisch sein – im vergangenen Jahr waren es nur zwei Prozent. Bei Verfehlen drohen 120 Millionen Euro Strafe pro Prozentpunkt.

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Gleichzeitig arbeiten Start-ups an Lösungen. Das Fraunhofer-Spin-off Subitec nutzt CO2 für die Mikroalgenzüchtung. Solche Verfahren brauchen oft hochwertige Co-Produkte, um wirtschaftlich zu sein.

Deutsche Wirtschaft fordert Kurswechsel

Widerstand gegen nationale Sonderwege formiert sich. Spitzenvertreter von IGBCE und RWE fordern eine Verschiebung des deutschen Klimaneutralitätsziels von 2045 auf 2050. Eine Angleichung an das EU-Ziel würde die Wettbewerbsfähigkeit sichern, ohne die Klimawirkung zu verschlechtern.

Auf EU-Ebene steht eine Reform des Emissionshandels an. Der Umweltausschuss hat bereits den Weg für eine Reform der Industrieemissionsrichtlinie geebnet. Sie bringt Verfahrenserleichterungen und mehr Digitalisierung – stößt aber bei der Opposition auf Kritik. Die abschließende Beratung im Bundestag ist für kommenden Donnerstag angesetzt.

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Strafzahlungen von bis zu 120 Millionen Euro pro Prozentpunkt verfehlter CO2-Reduktion drohen – wie Daimler Truck warnt. Mit dem richtigen Fahrplan für Ihre Treibhausgas-Bilanz vermeiden Sie Wettbewerbsnachteile. Scope-3-Fahrplan jetzt sichern

Gebäudesektor: Bio-Treppe für Heizungen

Der Bundesrat verabschiedete das Gebäudemodernisierungsgesetz. Es schreibt eine schrittweise Beimischung grüner Gase vor: zehn Prozent ab 2029, volle Nutzung ab 2045. Branchenverbände wie der BDEW sehen Nachbesserungsbedarf, Umweltschutzorganisationen kündigen bereits rechtliche Schritte an.

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