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CO2-Preis: Industrie investiert erst ab 90 Euro pro Tonne

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 20:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Laut Ifo-Studie beginnt die Industrie erst bei über 90 Euro pro Tonne CO2 zu investieren. Volatilität bremst die Transformation zusätzlich.

Ifo-Studie: Industrie investiert erst ab 90 Euro CO2-Preis
Moderne Industrieanlage mit Stahlrohren und Lüftungssystemen im Licht der goldenen Stunde. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Bereitschaft der deutschen Industrie, in den Klimaschutz zu investieren, hängt maßgeblich von der Höhe und Stabilität der CO2-Preise ab. Einer aktuellen Studie des Ifo-Instituts zufolge beginnen Unternehmen erst ab einem konstant über 90 Euro pro Tonne liegenden CO2-Preis mit entsprechenden Investitionen. Bei einem Preisniveau von lediglich 50 Euro pro Tonne stoßen Klimaschutzmaßnahmen in den Betrieben hingegen auf Ablehnung.

Für die Untersuchung befragte das Institut 830 Industrieunternehmen, die über eine Belegschaft von mindestens 25 Beschäftigten verfügen. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Schwelle für unternehmerische Entscheidungen auf: Während die Marke von 90 Euro pro Tonne als Einstieg für klimarelevante Investitionen gilt, verzeichnet die Studie bei einem Preis von 175 Euro pro Tonne eine breite Zustimmung unter den befragten Betrieben.

Volatilität als Hemmschuh für Transformation

Neben der absoluten Höhe des Preises identifiziert das Ifo-Institut die Preisschwankungen am Markt als wesentliches Hindernis für die ökologische Transformation. Die Unsicherheit über die künftige Kostenentwicklung bremse die Investitionsbereitschaft spürbar.

Den Berechnungen der Forscher zufolge erfordert eine Preisschwankung von plus einem Prozentpunkt einen um 1,40 Euro pro Tonne höheren CO2-Preis, um denselben Anreiz für Investitionen zu bieten wie bei einem stabilen Preisniveau.

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Der aktuelle Marktpreis im EU-Emissionshandel bewegt sich nach Angaben des Instituts derzeit in einem Korridor zwischen 70 und 90 Euro pro Tonne. Damit liegt das derzeitige Preisgefüge unterhalb oder bestenfalls am unteren Rand der Schwelle, die laut den Studienergebnissen für eine konsequente Investitionstätigkeit der Industrie notwendig wäre.

Politische Forderungen nach Entlastung

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Die Diskussion um die CO2-Bepreisung findet vor dem Hintergrund aktueller politischer Weichenstellungen statt. Bereits im Juli schlug die EU-Kommission eine Abschwächung des CO2-Preises vor. Diese Tendenz wird durch nationale Forderungen unterstützt: Bundeswirtschaftsministerin Reiche fordert Entlastungen für die Industrie, um die wirtschaftliche Belastung der Unternehmen in diesem Sektor zu begrenzen.

Die Studienergebnisse verdeutlichen das Spannungsfeld zwischen politisch gewünschten Investitionsanreizen und der Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit der industriellen Basis. Während die ökonomischen Daten für höhere und stabilere Preise sprechen, um den Klimaschutz voranzutreiben, drängt die Politik angesichts der Kostenbelastung vermehrt auf Abmilderungen.

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