Chemie-Tarifvertrag: Neue Regeln für 50.000 Beschäftigte ab Mai
12.06.2026 - 11:20:02 | boerse-global.de
Der neue Kollektivvertrag tritt rückwirkend zum 1. Mai in Kraft und betrifft rund 50.000 Beschäftigte.
14 Stunden verhandelt – das sind die Details
Die Ist-Löhne und -Gehälter steigen um 1,8 Prozent, gedeckelt auf maximal 100 Euro. Dazu gibt es eine Einmalzahlung von 300 Euro – oder alternativ einen zusätzlichen freien Tag.
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Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und Lehrlingseinkommen steigen einheitlich um 2,0 Prozent. Vor dem Abschluss lag der Mindestlohn in der Branche bei 2.477 Euro. Als Verhandlungsbasis diente eine rollierende Inflationsrate von 3,35 Prozent.
Warnstreiks vor der Einigung
Der Weg zum Kompromiss war steinig. Noch am 10. und 11. Juni legten Beschäftigte die Arbeit nieder. Betroffen waren Standorte im Chemiepark Linz (Aurorium, Nufarm, Thermo Fisher Scientific, Borouge International) sowie Werke von Novartis in Tirol und Air Liquide in Niederösterreich.
Die Streiks wurden so geführt, dass die Versorgung kritischer Infrastrukturen wie Krankenhäuser gesichert blieb.
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Arbeitgeber: „Gerade noch vertretbar"
Ernst Gruber vom Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) bezeichnete den Kompromiss als „gerade noch vertretbar". Grund: Die Branche steckt in der Krise. In den vergangenen drei Jahren sank die Produktion um 18 Prozent. Allein im vierten Quartal 2025 gingen rund 600 Arbeitsplätze verloren.
Die Gewerkschaften hatten ursprünglich 3 Prozent gefordert, um die Teuerung auszugleichen.
Soziale Verbesserungen im Paket
Der Abschluss enthält auch nicht-monetäre Punkte: Eltern von Kindern mit Behinderung bekommen künftig eine zusätzliche Woche Pflegefreistellung.
Für Auszubildende gibt es Prämien bei erfolgreichem Lehrabschluss – 150 Euro bei ausgezeichnetem, 100 Euro bei gutem Erfolg.
