Cellforce-Schließung: Betriebsrat wirft Porsche Blockade vor
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 20:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Betriebsrat der Porsche-Tochter Cellforce hat am 28. August 2026 schwere Vorwürfe gegen den Stuttgarter Automobilhersteller erhoben. Die Arbeitnehmervertreter werfen dem Mutterkonzern vor, die Schließung des Batteriezellen-Spezialisten so schnell wie möglich voranzutreiben.
Im Zuge dieser Entwicklung sei die Belegschaft bereits massiv reduziert worden. Während ehemals fast 300 Mitarbeiter bei dem Unternehmen beschäftigt waren, sind nach Angaben der Arbeitnehmervertretung aktuell nur noch knapp 60 Angestellte verblieben. Über 200 Mitarbeiter haben demnach bereits ihre Entlassung erhalten.
Massiver Stellenabbau bei Batteriezellen-Spezialist
Die personelle Situation bei Cellforce hat sich in den vergangenen Monaten drastisch zugespitzt. Der Betriebsrat verweist auf die Differenz zwischen der ursprünglichen Größe des Teams und dem aktuellen Personalstand.
Von den einst fast 300 Beschäftigten sei nur noch ein kleiner Kern übrig, da Porsche den Prozess der Standortaufgabe beschleunige. Dieser radikale Abbau stehe im Gegensatz zu den ursprünglichen Ambitionen des Unternehmens im Bereich der Hochleistungsbatterien.
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Bereits am 27. August 2026 hatte der Betriebsrat die Entscheidung des Porsche-Konzerns verurteilt, den Betrieb nicht fortzuführen. Die Arbeitnehmervertreter kritisierten dabei insbesondere den Umgang mit den verbliebenen Ressourcen und die Geschwindigkeit, mit der die Abwicklung vollzogen werde.
Vorwürfe über blockierte Investorensuche und Konzepte
Ein zentraler Punkt der Kritik betrifft den Umgang mit Alternativvorschlägen zur Rettung des Standorts. Der Betriebsrat gab bekannt, ein eigenes Weiterführungskonzept vorgelegt zu haben, das wirtschaftlich geprüft worden sei. Dieses Konzept sei jedoch von der Porsche-Führung abgelehnt worden.
Zudem werfen die Arbeitnehmervertreter dem Automobilhersteller vor, die Suche nach potenziellen Investoren aktiv zu blockieren. Anstatt Dritten den Einstieg zu ermöglichen oder die Technologie unter neuer Führung weiterzuentwickeln, werde die Schließung forciert. Dies wird vom Betriebsrat als strategische Fehlentscheidung gewertet, da der Erhalt von Zukunftstechnologien gerade im Hinblick auf den globalen Wettbewerb und die Spannungen mit China unerlässlich sei.
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Fördergelder in Millionenhöhe als Kritikpunkt
Die geplante Schließung sorgt auch aufgrund der staatlichen Unterstützung für Cellforce für Unmut. Nach Angaben des Betriebsrats wurde das Unternehmen mit insgesamt 50 Mio. Euro durch den Bund und das Land gefördert. Die Arbeitnehmervertreter werfen nun die Frage auf, inwieweit diese Investitionen öffentlicher Mittel durch das aktuelle Vorgehen von Porsche entwertet werden.
Die Kritik des Gremiums zielt darauf ab, dass mit der Schließung und der Ablehnung des Weiterführungskonzepts wertvolles Know-how im Bereich der Elektromobilität verloren gehe.
Porsche selbst hat die Schließungspläne bisher mit wirtschaftlichen Erwägungen begründet, während der Betriebsrat darauf beharrt, dass eine Fortführung unter anderen Vorzeichen möglich gewesen wäre. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der verbliebene Rest der Belegschaft noch eine Perspektive erhält oder ob die vollständige Abwicklung wie geplant abgeschlossen wird.
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