CBAM-Preis, Euro

CBAM-Preis 75,36 Euro: EU-Klimaabgabe startet für Importeure

31.05.2026 - 05:55:53 | boerse-global.de

Der CO?-Grenzausgleich startet mit einem Preis von 75,36 Euro pro Tonne. Importeure müssen ab 2027 Zertifikate kaufen und bereits jetzt Daten sammeln.

CBAM-Preis 75,36 Euro: EU-Klimaabgabe startet für Importeure - Foto: über boerse-global.de
CBAM-Preis 75,36 Euro: EU-Klimaabgabe startet für Importeure - Foto: über boerse-global.de

Die EU-Kommission hat den ersten Quartalspreis für den CO?-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) festgelegt – ein Meilenstein auf dem Weg zur vollständigen Einführung der Klimaabgabe auf Importe. Der Preis beträgt 75,36 Euro pro Tonne und basiert auf den durchschnittlichen Auktionspreisen im EU-Emissionshandel (ETS).

Was Importeure jetzt wissen müssen

Für Unternehmen, die Waren in die EU einführen, wird der Preis zur wichtigen Kalkulationsgrundlage. Insgesamt werden 2026 vier Quartalspreise veröffentlicht, die verschiedene Importphasen abdecken. Zwar müssen autorisierte Anmelder die Zertifikate erst ab Februar 2027 erwerben, doch die administrativen Anforderungen steigen bereits jetzt.

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Die erste vollständige CBAM-Jahreserklärung ist bis zum 30. September 2027 fällig – und zwar für alle relevanten Importe des Kalenderjahres 2026. Wer jetzt nicht mit der Datenerfassung beginnt, könnte später böse Überraschungen erleben.

Energiemärkte in Bewegung: Südosteuropa stellt sich neu auf

Die drohenden CBAM-Auflagen verändern bereits heute die Energiemärkte und Industriestrategien – auch jenseits der EU-Grenzen. In Südosteuropa wird die Stromversorgung zunehmend am CO?-Fußabdruck gemessen. Für Exporteure aus Branchen wie Stahl, Aluminium, Zement und Chemie ist die Kohlendioxid-Intensität ihrer Stromversorgung längst zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden.

Die Folgen sind messbar: Die Netto-Stromimporte in Südosteuropa sind im Mai um fast 35 Prozent auf 1,03 Terawattstunden eingebrochen. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach erneuerbaren Stromabnahmeverträgen (PPAs) und stundengenauen Messdaten – beides notwendig für die CO?-Dokumentation gegenüber der EU.

Indien: Zeitdruck für die Industrie

Auch in großen Produktionszentren wie Indien macht sich der Druck bemerkbar. Branchenexperten schätzen, dass sich mehr als 70 Prozent der indischen Unternehmen erst in der Anfangsphase der CO?-Vorbereitung befinden. Der Aufbau glaubwürdiger Datensysteme und nachvollziehbarer Berichtsstrukturen ist zur Compliance-Priorität geworden.

Wer diese Systeme nicht innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre aufbaut, riskiert erhebliche Wettbewerbsnachteile und den Verlust des Zugangs zu grünen Finanzierungen.

Arbeitsmarkt unter Druck: EZB-Studie warnt

Die Ausweitung der CO?-Bepreisung sorgt auch für arbeitsmarktpolitische Bedenken. Eine aktuelle Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigt: Der EU-Emissionshandel wirkt wie ein negativer Angebotsschock. Demnach führt ein Preisanstieg von einem Prozent bei Emissionszertifikaten nach etwa 18 Monaten zu einem Rückgang der Gesamtbeschäftigung um 0,2 Prozent.

Besonders betroffen sind CO?-intensive Sektoren: Hier schlägt ein Preisanstieg von einem Prozent direkt mit einem Prozent weniger Arbeitsplätzen zu Buche. Verschärft wird die Lage durch eine wachsende Qualifikationslücke. Die Nachfrage nach grünen Jobs wächst doppelt so schnell wie das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften. Branchenexperten erwarten bis 2030 einen Mangel von rund sieben Millionen Fachkräften in nachhaltigen Sektoren.

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Reformen in Sicht: Kreislaufwirtschaft rückt näher

Die EU-Kommission will Mitte Juli 2026 weitere Reformvorschläge für den Emissionshandel vorlegen. Während Länder wie Dänemark, Finnland und Schweden das bestehende System verteidigen, zweifeln andere Mitgliedstaaten am Tempo der Dekarbonisierung. Aktuell ist geplant, die kostenlosen Emissionszertifikate bis 2034 auslaufen zu lassen und den Handel bis 2028 auf Gebäude und Verkehr auszuweiten.

Deutschland stellt sich parallel auf diese EU-weiten Klimaziele ein. Am 3. Juni 2026 soll das Bundeskabinett ein Aktionsprogramm für die Kreislaufwirtschaft verabschieden. Es umfasst zwölf Schwerpunktbereiche – von der öffentlichen Beschaffung bis zum Recycling kritischer Rohstoffe. Ziel ist eine Recyclingquote von 25 Prozent für strategische Mineralien bis 2030. Finanziert wird das Vorhaben aus dem Klima- und Transformationsfonds, der dafür hunderte Millionen Euro bereitstellt.

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