Bundeshaushalt, Mehrwertsteuer

Bundeshaushalt: Mehrwertsteuer auf 21% könnte 30 Mrd. bringen

17.06.2026 - 07:32:39 | boerse-global.de

Wirtschaftsforscher fordern drastische Maßnahmen gegen das Haushaltsdefizit von über 130 Milliarden Euro.

Bundeshaushalt 2026: Milliardenloch und mögliche Steuererhöhungen
Bundeshaushalt - Eine digitale Darstellung des Prozentsatzes 21% mit Pfeilen, die nach oben zeigen, vor einem unscharfen Hintergrund von Finanzdaten und Diagrammen. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine Mehrwertsteuererhöhung auf 21 Prozent ist laut DIW-Präsident Marcel Fratzscher ein wahrscheinliches Szenario. Zwei Prozentpunkte mehr könnten rund 30 Milliarden Euro zusätzliche Einnahmen bringen.

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Fratzschers Forderungskatalog

Der DIW-Chef brachte Anfang des Jahres weitere Vorschläge ins Spiel. Dazu zählen eine Anhebung der Grundsteuer und der Abbau klimaschädlicher Subventionen. Das könnte rund 60 Milliarden Euro einsparen.

Auch die Abschaffung des Ehegattensplittings und das Ende von Minijobs stehen auf seiner Liste. Ziel: strukturelle Defizite abbauen und die Staatseinnahmen stabilisieren.

Ifo-Institut: 60 Milliarden sparen

Das Ifo-Institut legte Mitte Juni eigene Vorschläge vor. Ifo-Präsident Clemens Fuest warnt vor einer dramatisch steigenden Nettokreditaufnahme. Seine Empfehlung: den Bundeshaushalt bis 2030 jährlich um bis zu 60 Milliarden Euro entlasten.

Ein konkreter Ansatz: die Einkommensgrenze beim Elterngeld von 175.000 auf 50.000 Euro senken. Das würde drei Milliarden Euro bringen. Weitere Kürzungen sind bei der Rentenversicherung und Subventionen möglich.

Wirtschaft bremst

Die Rahmenbedingungen erschweren die Haushaltsplanung zusätzlich. Das RWI senkte seine Wachstumsprognose für 2026 auf 0,8 Prozent. Grund sind die globalen Folgen des Nahost-Konflikts und hohe Rohölpreise.

Die Inflationsrate liegt geschätzt bei 2,9 bis 3,1 Prozent. Positive Impulse könnten von einer Entspannung bei den Energiepreisen ausgehen. Voraussetzung: Die Straße von Hormus bleibt offen und internationale Abkommen stabilisieren die Ölpreise.

Was sich ab Juli ändert

Ab dem 1. Juli 2026 treten mehrere Neuerungen in Kraft. Die Renten steigen um 4,24 Prozent. Rund 11,5 Millionen Menschen können ihre Steuererklärung über eine neue App einreichen. Die Frist für die Steuererklärung 2025 endet am 31. Juli 2026.

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Gleichzeitig werden neue Gebühren fällig. Ein Zoll von drei Euro auf Kleinsendungen unter 150 Euro aus Nicht-EU-States kommt. Bei der Mobilität sinkt hingegen die Ticketsteuer für verschiedene Strecken.

Nachbarn machen es anders

Österreich senkt ab Juli die Umsatzsteuer auf Grundnahrungsmittel wie Milch, Eier und Brot von 10 auf 4,9 Prozent. Zur Mitfinanzierung gibt es ab Oktober eine Paketabgabe von zwei Euro für Online-Bestellungen bei großen Händlern.

Die Schweiz lehnte Mitte Juni eine weitere Verlängerung des Sondersatzes für die Hotellerie ab. Der gilt seit 1996. Die endgültige Entscheidung liegt nun beim Ständerat.

Spanien hatte befristete Steuersenkungen auf Strom und Kraftstoffe eingeführt. Die Senkung der Mehrwertsteuer auf Strom endete planmäßig Anfang Juni.

Vietnam reagiert ebenfalls auf die wirtschaftliche Instabilität. Das Finanzministerium schlug vor, die Zahlungsfristen für Mehrwert- und Körperschaftsteuer bis Ende 2026 zu verlängern. Das soll Unternehmen um 125 Billionen VND entlasten.

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