Bürokratie-Reform, Bundestag

Bürokratie-Reform: Bundestag senkt Kosten um 25 Prozent

12.06.2026 - 00:04:13 | boerse-global.de

Der Bundestag beschließt ein Entlastungspaket für die Wirtschaft. Makler und Schornsteinfeger profitieren von neuen Regelungen.

Bürokratieabbau: Bundestag entlastet Makler und Handwerk
Bürokratie-Reform - Abstrakte Darstellung von sich auflösenden bürokratischen Hürden, symbolisiert durch vereinfachte Formen und architektonische Linien. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Bundestag hat heute ein Gesetzespaket verabschiedet, das Wirtschaft und Handwerk von bürokratischen Hürden befreien soll. Die Koalition aus Union und SPD will damit vor allem kleinere Betriebe entlasten.

Makler profitieren, Verwalter nicht

Ein zentraler Punkt: Immobilienmakler müssen sich nicht mehr regelmäßig weiterbilden. Die bisherige Pflicht entfällt komplett. Anders sieht es für Wohnimmobilienverwalter aus – hier bleibt die Weiterbildungspflicht bestehen. Der Wirtschaftsausschuss hatte sich gestern dafür ausgesprochen. Der VDIV Deutschland begrüßte die Entscheidung als „wichtiges Signal für die Qualitätssicherung“.

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Die Entlastung für Makler und Schornsteinfeger liegt bei jährlich rund 45 Millionen Euro. Zudem verkürzen sich die Aufbewahrungsfristen für entsprechende Nachweise von fünf auf drei Jahre. Auch das formale Erklärungsverfahren „Anlage 3“ fällt weg.

Heizungslabel gestrichen

Das Paket enthält weitere Maßnahmen: Das Heizungslabel, das bislang Schornsteinfeger vergeben mussten, wird abgeschafft. Diverse Berichtspflichten im Bundesbedarfsplangesetz, im Investmentkontengesetz und im Industrie- und Handelskammergesetz entfallen oder werden reduziert.

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Der Gesetzentwurf (21/3740) passierte den Bundestag mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und AfD. Die Linke stimmte dagegen, die Grünen enthielten sich. Das Ziel der Reform: Bürokratiekosten um 25 Prozent senken – das entspricht rund 16 Milliarden Euro. Der jährliche Erfüllungsaufwand soll um mindestens zehn Milliarden Euro sinken.

Glasfaserausbau wird schneller

Parallel dazu verabschiedete das Bundeskabinett gestern eine Novelle des Telekommunikationsgesetzes. Sie soll den Glasfaserausbau beschleunigen. Genehmigungsverfahren werden vereinfacht, Fristen von drei auf zwei Monate verkürzt. Die Regierung rechnet mit einer jährlichen Entlastung der Wirtschaft um 19,7 Millionen Euro. Für Bürger soll der Zeitaufwand für administrative Prozesse um insgesamt 92.000 Stunden sinken.

Die bundesweiten Maßnahmen ergänzen regionale Initiativen. In Bayern trat bereits Anfang des Jahres das „Bauturbo-Gesetz“ in Kraft. Es erleichtert den Umbau von Gebäuden – etwa bei Brand-, Schall- und Wärmeschutz. Ziel ist es, den Immobilienmarkt durch den Verzicht auf zeitintensive Einzelfallentscheidungen zu beleben.

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