Bürohunde, Arbeitnehmer

Bürohunde: 57% der Arbeitnehmer sehen Hunde als Einstellungskriterium

11.06.2026 - 09:21:58 | boerse-global.de

Eine Umfrage belegt: Haustierfreundliche Arbeitgeber punkten bei Bewerbern. Hunde am Arbeitsplatz fördern zudem das Teamklima.

Bürohunde als Recruiting-Vorteil: Umfrage zeigt Trend
Bürohunde - Ein ruhiger Hund liegt unter einem Schreibtisch in einem modernen Büro, Füße einer Person sind sichtbar. Symbolisiert Integration von Hunden am Arbeitsplatz. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Deutsche Tierschutzbund rückt mit der Initiative „Kollege Hund“ die Integration von Vierbeinern in den Arbeitsalltag in den Fokus. Gemeinsam mit Wirtschaftspartnern wirbt der Verband für mehr Akzeptanz von Hunden am Arbeitsplatz. Neue Erhebungen zeigen: Haustierfreundliche Regelungen sind längst mehr als ein Wohlfühlfaktor.

Recruiting-Vorteil durch Vierbeiner

Eine Umfrage von Mars Petcare und Censuswide unter 1.000 Arbeitnehmern in Deutschland unterstreicht den Stellenwert des Themas. 57 Prozent der Befragten bewerten eine haustierfreundliche Regelung als wichtigen Faktor bei der Arbeitgeberwahl. Besonders bei den 18- bis 24-Jährigen achtet fast jeder Zweite aktiv auf solche Angebote.

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Für Personalabteilungen besonders relevant: 38 Prozent der Teilnehmer gewichten die Erlaubnis, den Hund mitzubringen, höher als Fahrradleasing oder Mitarbeiterrabatte. Rund 33 Prozent sehen diesen Aspekt sogar als wichtiger an als zusätzliche Elternzeit. Das Problem: 34 Prozent der Befragten vermissen entsprechende Informationen in Stellenanzeigen – obwohl sich 67 Prozent eine klare Kommunikation wünschen.

Hunde als Stimmungsmacher

Laut Bundesverband Bürohund e. V. wirken Hunde am Arbeitsplatz als effektive Stressabbauer. Der Verband verweist auf eine Studie der Central Michigan University aus dem Jahr 2012. Demnach führten Gruppen mit Hund lebhaftere Diskussionen und zeigten mehr Zufriedenheit und Zusammenhalt.

Die aktuelle Mars-Umfrage bestätigt diesen Effekt: 80 Prozent der Befragten geben an, dass Hunde für eine entspanntere Atmosphäre sorgen. Tomasz Pawlowski von Mars Pet Nutrition sieht darin eine Chance für Arbeitgeber, ihre Standortattraktivität zu steigern. Zudem empfinden 52 Prozent der Arbeitnehmer haustierfreundliche Regelungen als Unterstützung bei der Rückkehr aus dem Homeoffice.

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, hebt einen weiteren Vorteil hervor: Solche Angebote könnten Tierheime entlasten, da sie die Vereinbarkeit von Tierhaltung und Beruf verbessern.

Klare Regeln für den Bürohund

Eine erfolgreiche Integration braucht klare Vorgaben. Der Tierschutzbund empfiehlt Unternehmen, vorab das Einverständnis der Geschäftsführung und des Kollegiums einzuholen. Allergien oder Ängste müssen geklärt sein. Am Arbeitsplatz selbst benötigen die Tiere Rückzugsorte und frisches Wasser.

Immer mehr Unternehmen setzen auf professionelle Unterstützung. Die Tierversicherung Santévet bietet seit 2022 ein spezielles Programm an und startete kürzlich Erste-Hilfe-Schulungen für Mitarbeiter mit Hunden. Die Inhalte reichen von Hitzschlag über Vergiftungen bis zur Reanimation. Markus Beyer, Vorsitzender des Bundesverbandes Bürohund, thematisiert die Anforderungen an Mensch und Tier heute in einem SWR-Beitrag.

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Internationale Trends und Spezialfälle

Das Thema gewinnt auch global an Bedeutung. In Australien findet vom 22. bis 26. Juni die „Take Your Pet to Work Week“ statt. Experten betonen dort: Echte Haustierfreundlichkeit braucht mehr als bloße Erlaubnis – etwa Spielbereiche und Reinigungsstationen.

In der Schweiz diskutiert man den Einsatz von Hunden in Schulen. Der Verein Schulhunde Schweiz schätzt die Zahl auf 200 bis 300 Tiere. Studien des Wiener Instituts für interdisziplinäre Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung deuten auf positive Effekte auf Sozialverhalten und Lernfreude hin. Fachleute wie Barbara Rufer und Therese Germann-Tillmann mahnen jedoch eine angemessene Ausbildung an. Ihrer Einschätzung nach ist weniger als die Hälfte der eingesetzten Hunde ausreichend trainiert. Während Kantone wie Schwyz aus Haftungs- und Hygienegründen ein Verbot beibehalten, liegt die Entscheidung im Kanton Aargau bei den Schulleitungen.

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