Brandschutzhelfer: DGUV-Kurse ab 99 Euro, Zertifikate ohne Ablauf
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 03:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Ausbildung nach DGUV-Standard ist längst ein zentraler Baustein betrieblicher Sicherheitsstrategien. Bildungsanbieter reagieren mit spezialisierten Kursen in zahlreichen Regionen auf die anhaltende Nachfrage.
Kurse und Kosten im Überblick
Die Schulungsinhalte folgen der DGUV-Information 205-023. Die Lehrgänge dauern drei bis vier Stunden und kombinieren Theorie mit praktischen Löschübungen an Brandsimulatoren.
In Nordrhein-Westfalen bietet Help First Kompaktkurse in Köln und Wuppertal an. Die Kosten: rund 99 Euro netto pro Teilnehmer. In Norddeutschland verlangt die SVG für eine kombinierte Ausbildung zum Brandschutz- und Evakuierungshelfer in Neumünster am 26. September 110 Euro netto.
Größere Anbieter wie die ASI Akademie oder die Moravia Akademie gehen über die Grundausbildung hinaus. Der neue Schulungskatalog der Moravia Akademie für 2026 und 2027 umfasst auch Baustellensicherung und den Einsatz Künstlicher Intelligenz im Bauwesen. Inhouse-Schulungen bieten flexible Lösungen für Betriebe.
Zertifikate ohne Ablaufdatum – aber mit Empfehlungen
Die Pflicht zur Bestellung von Brandschutzhelfern ergibt sich aus dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und der Arbeitsstättenregel ASR A2.2. Ein wichtiger Punkt: Die Zertifikate haben kein gesetzliches Ablaufdatum.
Trotzdem empfehlen ArbSchG und DGUV-Vorschriften regelmäßige Auffrischungskurse. Experten raten zu einem Rhythmus von zwei bis fünf Jahren. Viele Anbieter und Berufsgenossenschaften halten eine Wiederholung alle drei Jahre für sinnvoll. Die endgültige Entscheidung trifft der Arbeitgeber im Rahmen einer individuellen Gefährdungsbeurteilung.
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Vernetzte Systeme und politische Entlastungen
Parallel zur personellen Qualifizierung gewinnt der vernetzte Brandschutz an Bedeutung. In Smart Buildings erkennen vernetzte Brandmeldeanlagen Gefahren frühzeitig und leiten automatisch Gegenmaßnahmen ein – von Rauchabzügen über Brandschutztüren bis zu Aufzügen. Die regelmäßige Prüfung und Wartung bleibt aber unerlässlich.
Politisch zeichnen sich Änderungen bei Prüfpflichten ab. Die Bundesregierung plant ein Entlastungspaket für Unternehmen. Betroffen ist unter anderem die Abschaffung von Prüfpflichten für Büro-Elektrogeräte wie Wasserkocher oder Ladekabel. Sicherheitskritische Bereiche wie Elektroprüfungen in Feuchträumen der Gastronomie oder die Überwachung von Druckbehältern und Aufzügen bleiben von den Lockerungen ausgenommen.
Da Stress und Hektik im Notfall oft zu Fehlern führen, ist die regelmäßige Einweisung in die vorhandene Löschtechnik für alle Mitarbeiter unerlässlich. Mit dieser fertigen PowerPoint-Präsentation lässt sich eine professionelle Feuerlöscher-Unterweisung zeitsparend und rechtssicher durchführen. Kostenlose PowerPoint-Vorlage für Feuerlöscher-Unterweisungen sichern
Aktuelle Einsätze zeigen die Dringlichkeit
Seit dem 27. Juni bekämpfen Einsatzkräfte einen unterirdischen Schwelbrand auf einem ehemaligen Tagebaugelände bei Meuselwitz. Brandschutzschneisen mussten massiv verbreitert werden, nachdem erste Löschversuche auch aus der Luft erfolglos blieben.
Auch bei Großveranstaltungen ist das Thema präsent: Die heute beginnende Rheinkirmes in Düsseldorf setzt auf ein umfassendes Sicherheitskonzept mit täglich mehreren hundert Einsatzkräften.
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