Brandenburg fördert Wohnungsbau: Zinsfreie Darlehen bis 230.000 Euro
05.06.2026 - 14:31:10 | boerse-global.de
Nur 206.600 Wohnungen wurden fertig. Jetzt sollen neue steuerliche Anreize und regionale Zuschüsse gegensteuern.
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QNG-Standard lockt mit Sonderabschreibungen
Für Investoren wird der Neubau durch eine clevere Kombination aus Energieeffizienz und Abschreibungsvorteilen wieder interessanter. Die Paschertz Unternehmensgruppe erläuterte heute die Details: Objekte mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) ermöglichen die Sonderabschreibung nach § 7b EStG und eine degressive AfA von 5 Prozent in den ersten vier Jahren.
Das Ziel: Trotz gestiegener Baukosten mehr Kalkulationssicherheit schaffen. Auch die Instone Group setzt auf diesen Standard. Deren Tochter nyoo realisiert Wohneinheiten im QNG-40-Standard zu Herstellungskosten von unter 3.000 Euro pro Quadratmeter. Bezahlbarer Wohnraum und attraktive Renditen sollen so kein Widerspruch sein.
Länder ziehen nach: Zinsfreie Darlehen und Millionenförderung
Neben den Bundesanreizen verstärken einzelne Länder ihre Förderung. Brandenburgs Landesbank ILB startete am Mittwoch ein erweitertes Programm zur Wohneigentumsförderung. Es umfasst zinsfreie Darlehen bis 230.000 Euro und Landeszuschüsse von 10.000 Euro. Besonders Familien profitieren: Der Zuschuss pro Kind wurde auf 10.000 Euro verdoppelt.
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Auch der geförderte Wohnungsbau läuft auf Hochtouren. In Kassel bereitet die GWH für Juli den Erschließungsstart auf dem ehemaligen Jordan-Gelände vor. 88 Millionen Euro Investition, 233 Wohneinheiten bis 2033 – überwiegend preisgebunden. Das Projekt setzt zudem auf ein „Schwammstadt“-Konzept zur Regenwasserversickerung.
Zinswende trifft den Markt hart
Trotz aller Förderanreize bleibt die Finanzierung schwierig. Die Bauzinsen für zehnjährige Bindungen kletterten im Mai 2026 erstmals über 4 Prozent – auf durchschnittlich 4,02 Prozent. Zum Vergleich: 2021 lag die Fremdkapitalverzinsung für Bürofinanzierungen oft unter 2 Prozent. Heute sind es 5 bis 6 Prozent.
Das erzeugt massiven Refinanzierungsdruck. Bis Ende 2027 laufen gewerbliche Immobilienfinanzierungen mit einem Volumen von über 100 Milliarden Euro aus. Banken werden wegen sinkender Bewertungen von Büroimmobilien zunehmend in operative Prozesse ihrer Kreditnehmer einbezogen. Als Lösung wird der Einsatz unabhängiger „Independent Bank Advisor“ (IBA) diskutiert.
Kapitalmarkt als Rettungsanker
Unternehmen nutzen derzeit gezielt den Kapitalmarkt. Die Instone Group bestätigte auf ihrer Hauptversammlung Anfang Juni die Prognose: ein bereinigtes Ergebnis nach Steuern zwischen 35 und 40 Millionen Euro. UBM Development kündigte an, eine Hybridanleihe über 56,4 Millionen Euro vorzeitig zurückzuzahlen – refinanziert durch Kapital der PORR.
In der Schweiz bleibt der Markt für institutionelle Anleger aufnahmefähig. Der Baloise Swiss Property Fund plant für August eine Kapitalerhöhung mit bis zu 159 Millionen CHF. Ziel: das Portfolio um bis zu 14 Liegenschaften erweitern. Marcel Kucher, CEO von Swiss Prime Site, sieht den Renditespread zwischen Immobilienerträgen und risikofreien Anlagen weiterhin attraktiv. Die historisch niedrigen Leerstandsquoten sprächen gegen eine Immobilienblase.
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