Bosch plant Abbau von 22.000 Stellen: Einschnitte bis Ende 2030
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Wandel in der Automobil- und Zulieferindustrie schlägt sich zunehmend in weitreichenden Personalmaßnahmen nieder. Beim weltgrößten Zulieferer Bosch zeichnet sich ein massiver Personalabbau ab: Nach vorliegenden Berichten plant das Unternehmen, bis Ende 2030 insgesamt 22.000 Stellen abzubauen, wobei der Schwerpunkt im Bereich Mobilität liegt.
Bereits im Jahr 2025 waren Pläne für den Wegfall von rund 13.000 Arbeitsplätzen bekannt geworden, unter anderem an den Standorten Stuttgart-Feuerbach, Schwieberdingen, Waiblingen, Bühl und Homburg.
Weitreichende Ausgliederung und Einschnitte bei Bosch
Neben dem Stellenabbau steht bei Bosch eine historische Neuordnung der Konzernstruktur an. Bis August 2027 sollen insgesamt 62.500 Beschäftigte in vier eigenständige Tochtergesellschaften ausgegliedert werden. Diese Einheiten umfassen die Bereiche Mobilität, Bosch Digital, Global Business Services sowie Global Real Estate.
In der Robert Bosch GmbH selbst verbleiben als Dachgesellschaft lediglich etwas mehr als 3.000 Mitarbeiter, die in der Zentrale und der Konzernforschung tätig sind. Der operative Start der vier neuen Gesellschaften mit beschränkter Haftung ist für den 1. August 2027 angesetzt, der vollständige Abschluss des Prozesses bis Ende 2027 vorgesehen. Ein Börsengang ist dabei nicht geplant.
Für die betroffenen Mitarbeiter bleiben Arbeitsverträge und Konditionen im Zuge der Ausgliederung zwar formell identisch, die Bestandsgarantie gilt jedoch nicht unbegrenzt. Zudem stehen weitere Einschnitte an: In Deutschland wurde zusätzlich der Abbau von rund 25.000 Stellen angekündigt.
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Am Standort Nürnberg betrifft der Stellenabbau mit rund 900 Arbeitsplätzen die Hälfte der bisherigen 1.800 Stellen, nachdem der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen Ende 2026 ausläuft.
Wirtschaftlich steht der Zulieferer unter Druck. Für 2025 verbuchte Bosch erstmals seit dem Jahr 2009 einen Verlust. Die Mobilitätssparte Bosch Mobility erzielte in diesem Jahr einen Umsatz von 55,8 Milliarden Euro, was rund 60 Prozent des gesamten Konzernumsatzes von 91 Milliarden Euro entsprach.
Im ersten Halbjahr 2026 belief sich der Konzernumsatz auf 46,4 Milliarden Euro, ein Plus von 3,6 Prozent, woran die Übernahme des Geschäfts für Heizung, Lüftung und Klimatechnik von Johnson Controls und Hitachi mit rund 2 Milliarden Euro Anteil hatte. Das operative Ergebnis lag im ersten Halbjahr 2026 bei 2,2 Milliarden Euro, nach 2,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.
Hohe Abfindungen und Stellenreduktion bei BMW
Parallel dazu vollzieht auch der Automobilhersteller BMW Anpassungen im Personalbereich. Das Unternehmen beabsichtigt, bis Ende 2027 insgesamt 8.000 Stellen abzubauen, um ab 2028 jährlich rund 1 Milliarde Euro an Personalkosten einzusparen. Mehr als die Hälfte dieses Abbaus soll in Deutschland erfolgen.
Betroffen sind vor allem Aufgaben in Verwaltung und Entwicklung, während Beschäftigte der Produktion vom Vorhaben ausgeschlossen bleiben. Betriebsbedingte Kündigungen sind bei BMW durch bestehende Vereinbarungen mit der Belegschaft nicht möglich.
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Um den Personalabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen zu vollziehen, startete BMW Anfang Oktober 2026 ein freiwilliges Abfindungsprogramm. Das Interesse war derart hoch, dass das interne System am 8. Oktober 2026 zusammenbrach, als rund 40.000 berechtigte Angestellte gleichzeitig auf das Portal zugriffen. Wenige Tage später wurde das Programm zunächst ausgesetzt und schließlich am 20. Oktober 2026 vorzeitig beendet, da das Ziel bereits erreicht war.
Rund 5.000 Beschäftigte bekundeten ihr Interesse an einem vorzeitigen Ausscheiden. BMW stellte für das Abfindungsprogramm rund 1 Milliarde Euro bereit. Einzelne Abfindungspakete für langjährige Mitarbeiter können nach Medienberichten 650.000 Euro übersteigen. Vorgesehen sind zwei Austrittstermine am 31. März 2027 sowie am 31. Oktober 2027, wobei für ein vorzeitiges Ausscheiden im März ein zusätzlicher Bonus im Gespräch ist.
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