BMW-Krise, Arbeitsplätze

BMW-Krise: Tausende Arbeitsplätze wackeln bei Milliardenbelastung

17.06.2026 - 22:21:29 | boerse-global.de

BMW erwartet einen deutlichen Gewinnrückgang und leitet umfassende Sparmaßnahmen ein. Tausende Stellen sind bedroht, der China-Absatz bricht ein.

BMW senkt Gewinnprognose: Stellenabbau und Milliardenbelastung
BMW-Krise - Ein verschwommener Blick auf eine BMW-Produktionslinie mit dem Fokus auf die Hände eines Arbeiters, der Unsicherheit andeutet. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Vorsteuergewinn soll um mindestens zehn Prozent sinken, auch die Auslieferungszahlen gehen zurück. Als Reaktion kündigt der Konzern tiefgreifende Struktur- und Effizienzmaßnahmen an – mit Einmalbelastungen von rund einer Milliarde Euro allein im zweiten Halbjahr.

Tausende Arbeitsplätze wackeln

Konkret zeichnet sich ein spürbarer Personalabbau ab. BMW rechnet mit einem Rückgang der Belegschaft um ein bis fünf Prozent. Bei rund 155.000 Mitarbeitern wären das mehrere tausend Stellen. Schon 2025 hatte das Unternehmen rund 3.000 Jobs gestrichen, vor allem in Deutschland und China.

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Der Betriebsrat reagierte alarmiert. Er fordert vom neuen Vorstandschef Milan Nedeljkovic umgehend Klarheit über Umfang und Details der geplanten Maßnahmen. Nedeljkovic hatte den Posten erst im Mai 2026 übernommen – und steht nun vor einer massiven Restrukturierung.

China bricht ein – Iran-Krieg belastet

Die Gründe für die Misere liegen vor allem im Ausland. In China brachen die Autoverkäufe im Mai um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ein. Auf die ersten fünf Monate gerechnet beträgt das Minus 20 Prozent. Besonders hart trifft es Verbrenner, während der Anteil von Fahrzeugen mit neuen Antriebsformen (NEV) inzwischen bei über 60 Prozent liegt.

Hinzu kommen hohe Benzinpreise durch die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und die anhaltende Immobilienkrise in China. Beides drückt die Kauflaune der Konsumenten massiv. Experten warnen: Europäische Premiumhersteller sind im chinesischen Kompaktsegment preislich kaum noch wettbewerbsfähig. Sie müssten Strategien und Zulieferstrukturen radikal überdenken.

Analysten senken Kursziel – Kapitalmarkttag im Oktober

Die Analysten von JPMorgan reagierten prompt. Sie senkten das Kursziel für die BMW-Aktie am 17. Juni von 100 auf 82 Euro. Für den Kapitalmarkttag im Oktober erwarten sie weitere Details zu möglichen Kapazitätseinschnitten in den europäischen Werken.

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BMW steht damit nicht allein da. Die gesamte deutsche Automobilindustrie steckt in der Krise. Auch Volkswagen kämpft mit erheblichen Problemen. Am Standort Osnabrück drosselt VW die Produktion des T-Roc Cabriolets. Die Folge: verlängerte Werksferien und eine anschließende Vier-Tage-Woche für rund 2.000 Beschäftigte. Laut internen Umfragen bewertet eine Mehrheit der VW-Vorstandsmitglieder die Lage des Konzerns sogar als existenzgefährdend.

Kaufzurückhaltung und Zweifel an E-Mobilität

Eine aktuelle Automobilstudie aus dem zweiten Quartal 2026 unterstreicht die schwierige Marktlage. Zwar planen noch rund 65 Prozent der befragten deutschen Konsumenten den Kauf eines Neu- oder Vorführwagens. Doch die generelle Neuwagenabsicht sank im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozentpunkte.

Der Preis bleibt das wichtigste Kaufkriterium. Bei der Elektromobilität schrecken potenzielle Käufer vor langen Ladezeiten, hohen Kosten und einer unzureichenden Ladeinfrastruktur zurück. Chinesische Marken gewinnen derweil durch technologische Vorteile und niedrigere Preise an Boden – kämpfen aber noch mit Defiziten beim Kundenvertrauen in Sachen Zuverlässigkeit und Sicherheit.

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