Solaranlage 2026: Steuerfreiheit bis 30 kWp bleibt – neue Belastungen drohen
17.06.2026 - 22:21:29 | boerse-global.de
Gleichzeitig drohen neue Belastungen.
Steuerliche Entlastungen: Das gilt aktuell
Einnahmen aus Solaranlagen auf Einfamilienhäusern bleiben bis 30 kWp steuerfrei – geregelt in § 3 Nr. 72 EStG. Bei Mehrfamilienhäusern liegt die Grenze bei 15 kWp pro Einheit, maximal 100 kWp pro Steuerpflichtigem.
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Auch die Umsatzsteuer entlastet: Für Lieferung und Installation von Solarmodulen, Speichern und Komponenten gilt der Nullsteuersatz – vorausgesetzt, die Anlage steht auf oder in der Nähe eines Wohngebäudes.
Vermieter können die Anschaffungskosten über 20 Jahre linear abschreiben. Und für Wartung und Installation durch Fachbetriebe gibt es die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen: 20 Prozent der Arbeitskosten sind direkt von der Steuerschuld abziehbar, maximal 1.200 Euro pro Jahr.
EEG-Reform: Kommt das Aus für die Einspeisevergütung?
Die steuerliche Lage ist stabil – doch die geplanten Änderungen sorgen für Unruhe. Ein Referentenentwurf aus dem Bundeswirtschaftmiministerium sieht vor, die feste Einspeisevergütung für Anlagen bis 25 kW abzuschabschaffen. Zudem soll die Einspeisung auf 50 Prozent der installierten Leistung begrenzt werden.
Das Institut Aquu hat im Auftrag des Solarenergie-Fördervereins Deutschland (SFV) die Folgen durchgerechnet. Ergebnis: Bei einer typischen 10-kWp-Anlage mit Speicher würden die Stromgestehungskosten von rund 10 auf 31 Cent pro Kilowattstunde steigen. Die Amortisationszeit verlängerte sich von 15,6 auf über 25 Jahre.
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Branchenverbände sprechen von einem erheblichen Hindernis für den weiteren Ausbau.
Netzentgelte: Solarbesitzer sollen ab 2029 tiefer in die Tasche greifen
Die Bundesnetzagentur plant eine Reform der Netzentgelte. Ab 2029 könnten höhere Grundpreise für Haushalte mit eigener Stromerzeugung fällig werden. Die Begründung: Solarbesitzer verbrauchen viel selbst, nutzen das öffentliche Netz aber weiterhin als Absicherung – und zahlen vergleichsweise wenig für dessen Unterhalt.
Die Erhöhung soll regional variieren, aber auf unter 100 Euro pro Jahr gedeckelt sein. Balkonkraftwerke bleiben von der Neuregelung ausdrücklich ausgenommen. Für große Solar- und Windparks sowie Großspeicher werden separate Entgelte diskutiert – mit einem möglichen Volumen von bis zu zwei Milliarden Euro pro Jahr.
Markt boomt – besonders bei Balkonkraftwerken
Trotz der politischen Diskussionen läuft der Photovoltaik-Markt auf Hochtouren. Im Mai 2026 wurden rund 1.336 Megawatt neu installiert. Die Gesamtzahl der Anlagen in Deutschland hat die Sechs-Millionen-Marke geknackt, der kumulierte Bestand liegt bei rund 124 Gigawatt.
Besonders dynamisch: das Segment der Balkonkraftwerke. Rund 46.000 Neuanlagen kamen im Mai hinzu. Ein harter Preiswettbewerb treibt die Einstiegshürden nach unten – Komplettsets gibt es bereits ab 249 Euro.
Bei jährlichen Einsparungen zwischen 100 und 200 Euro amortisieren sich die Mini-Kraftwerke in 1,5 bis 3 Jahren. Neue technische Lösungen wie netzgekoppelte Controller erlauben zudem, tragbare Powerstations als Speicher zu integrieren. Die Eigenverbrauchsquote steigt – ganz ohne aufwendige Installation.
