Bildungskarenz, Weiterbildungszeit

Bildungskarenz endet: Neue Weiterbildungszeit mit 150-Mio-Budget ab heute

08.06.2026 - 02:04:22 | boerse-global.de

Die neue Weiterbildungszeit in Österreich ersetzt die Bildungskarenz mit verschärften Auflagen und einem jährlichen Budget von 150 Millionen Euro.

Österreichs neue Weiterbildungszeit: Strengere Regeln und Budgetdeckel
Bildungskarenz - Ein stilisiertes Bild von Zahnrädern, die ineinandergreifen, eines beschriftet mit 'Weiterbildung', das andere mit 'Arbeitsmarkt'. 08.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Seit heute gilt in Österreich die sogenannte Weiterbildungszeit mit strengeren Regeln und einer Budgetobergrenze.

Anträge für das neue Förderinstrument können ab sofort beim Arbeitsmarktservice (AMS) eingereicht werden. Die Reform zielt auf eine stärkere Ausrichtung an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes und eine striktere Budgetkontrolle ab.

Strengere Kriterien für die Förderung

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Die Neuregelung bringt deutlich verschärfte Zugangsvoraussetzungen. Eine Förderung gibt es künftig nur noch, wenn die angestrebte Aus- oder Weiterbildung als arbeitsmarktrelevant eingestuft wird. Zudem müssen die Qualifikationen überbetrieblich verwertbar sein.

Eine wesentliche Änderung betrifft den Anschluss an die Elternkarenz. Ein direkter Übergang von der Familienzeit in die Weiterbildung ist nicht mehr vorgesehen. Der Gesetzgeber reagiert damit auf die bisherige Praxis, die Bildungskarenz häufig als Verlängerung der Elternzeit zu nutzen.

Unternehmen müssen sich beteiligen

Neu ist auch die finanzielle Ausgestaltung bei höheren Einkommen. Für Bezieher höherer Gehälter müssen sich Arbeitgeber künftig finanziell an der Weiterbildungszeit beteiligen. Die Unternehmen sollen stärker in die Verantwortung genommen werden.

Um die Kosten planbar zu halten, wurde eine jährliche Ausgabenobergrenze eingeführt. Die Mittel für die Weiterbildungszeit sind auf 150 Millionen Euro pro Jahr gedeckelt. Das ist Teil einer Budgetstrategie, die die Neuverschuldung bis 2028 auf unter 3 Prozent des BIP senken soll.

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Teil des großen Sparpakets

Die Reform steht in engem Zusammenhang mit den Verhandlungen zum Doppelbudget 2027/28. Die Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS will im Arbeitsmarktbereich sparen, um das EU-Defizitverfahren bis Ende 2028 zu beenden. Neben der Deckelung der Weiterbildungskosten ist ein verstärktes Vorgehen gegen das „Zwischenparken“ von Beschäftigten beim AMS geplant.

Während die Regierung das Modell als notwendige Modernisierung darstellt, beobachten Arbeitsmarktexperten und Sozialpartner die Umsetzung genau. Finanzminister Marterbauer wird am 10. Juni 2026 im Rahmen seiner Budgetrede weitere Details zur langfristigen Finanzierung der Arbeitsmarktpolitik nennen.

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