Betriebsrat, Malta

Betriebsrat Malta Air: Gericht stärkt Mitbestimmung bei Ryanair

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 11:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ryanair verzeichnet einen Gewinnrückgang um 34 Prozent, während ein Gericht den Betriebsrat bei Malta Air bestätigt.

Ryanair: Gewinneinbruch trotz Passagierrekord und Betriebsrats-Stärkung
Betriebsrat Malta Air: Gericht stärkt Mitbestimmung bei Ryanair Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Während ein Gericht die Position der Arbeitnehmervertreter bei der Tochter Malta Air festigt, präsentiert der Konzern am 20. Juli 2026 enttäuschende Quartalszahlen.

Gericht stärkt Betriebsrat bei Malta Air

Mitte Mai entschied das Arbeitsgericht Berlin über die Anfechtung einer Betriebsratswahl bei Malta Air. Das Verfahren wurde zwar an die zuständige Kammer verwiesen, doch der bestehende Betriebsrat bleibt bis zur endgültigen Entscheidung voll handlungsfähig. Ein wichtiges Signal für die Mitbestimmung im Ryanair-Konzern.

Die rechtliche Absicherung kommt nicht von ungefähr. Bereits in der Vergangenheit waren die Arbeitnehmervertretungen bei den Ryanair-Töchtern Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die aktuelle Entscheidung sichert die Kontinuität der Betriebsratsarbeit – und das in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

Gewinneinbruch trotz mehr Passagieren

Am 20. Juli legte Ryanair die Zahlen für das erste Quartal 2026/27 vor. Der Gewinn sackte um 34 Prozent auf 538 Millionen Euro ab. Hauptgrund: explodierende Kerosinkosten.

Dabei flogen mehr Menschen mit dem Billigflieger denn je. Die Passagierzahlen stiegen um sechs Prozent auf 61,3 Millionen. Doch die Ticketpreise gaben nach – sie fielen im Schnitt um sechs Prozent. Der Umsatz kletterte nur leicht auf 4,4 Milliarden Euro. Eine konkrete Gewinnprognose für das Gesamtjahr? Fehlanzeige. Die Kostenstruktur sei zu volatil, so der Konzern.

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Zwischenfälle und Personalklagen

Mitte Juli sorgte ein schwerer Vorfall für Schlagzeilen. Auf einem Flug von Thessaloniki nach Memmingen wurde kurz nach dem Start ein Kabinenfenster beschädigt. Die Maschine musste nach rund 40 Minuten notlanden. Passagiere berichteten von mangelnder Information während des Zwischenfalls.

Auch personell gibt es Zoff. Ein Pilot mit einem Jahresgehalt von über 124.000 Euro verklagte die spanischen Finanzbehörden. Er fordert Steuern für im Ausland erbrachte Tätigkeiten zurück.

O'Leary gegen Gewalt an Bord

CEO Michael O'Leary schlägt derweil härtere Bandagen gegen aggressive Passagiere vor. Laut Unternehmensangaben kommt es etwa einmal pro Woche zu gewalttätigen Übergriffen – oft unter Alkoholeinfluss. O'Learys Vorschlag: maximal zwei alkoholische Getränke pro Bordkarte. Besonders auf Flügen zu Partyzielen soll das Eskalationen verhindern.

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Neue Regeln für Fluggastrechte

Auch die Regulierung des Luftverkehrs steht vor Veränderungen. Verbraucherschützer fordern einheitlichere Regeln für Handgepäck. Die Airlines legten bestehendes EU-Recht bislang unterschiedlich aus. Neue Fluggastrechte werden für Mitte 2027 erwartet.

Ryanair versucht unterdessen, Entschädigungsportale auszubremsen. Die Fluggesellschaft verlangt in ihren Geschäftsbedingungen, dass Kunden Ansprüche direkt einreichen – bevor Dritte eingeschaltet werden. Bei Verbraucherschützern stößt das auf scharfe Kritik.

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