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Betriebliche Gesundheit: Neue Zertifikate ab November für Fachkräfte

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 09:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue PHKA-Weiterbildungen zur betrieblichen Prävention starten im November. Aktuelle Daten zeigen steigende psychische Belastungen am Arbeitsplatz.

PHKA startet neue Weiterbildungen für betriebliche Gesundheitsförderung
Moderner, ergonomisch gestalteter Büroarbeitsplatz mit höhenverstellbarem Schreibtisch in einer hellen Büroumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Pädagogische Hochschule Karlsruhe (PHKA) erweitert ihr akademisches Angebot im Bereich der betrieblichen Prävention. Am 06.11.2026 beginnen zwei neue Weiterbildungsformate, die sich gezielt mit der Rolle von Bewegung und Gesundheit im Arbeitsumfeld auseinandersetzen.

Das Angebot umfasst das einsemestrige Certificate of Advanced Studies (CAS) „Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz mit und durch Bewegung“ sowie das zweimonatige Hochschulzertifikat „Bewegung und Gesundheit im Kontext Arbeit“.

Interessierte Fachkräfte können sich bis zum 05.10.2026 für die Teilnahme bewerben. Als Zugangsvoraussetzungen nennt die Hochschule ein abgeschlossenes Studium sowie eine mindestens einjährige Berufserfahrung. Die Programme zielen darauf ab, wissenschaftlich fundierte Konzepte für die körperliche Aktivierung in den Berufsalltag zu integrieren.

Hoher Krankenstand und Anstieg psychischer Belastungen

Die Notwendigkeit für qualifizierte Fachkräfte im betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) verdeutlichen aktuelle Daten des BKK Dachverbands. Demnach lag der Krankenstand in Deutschland im Jahr 2025 bei 5,83 Prozent, was einen minimalen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (5,90 Prozent) darstellt. Den größten Anteil an den Fehlzeiten haben weiterhin Muskel-Skelett-Erkrankungen.

Besonders auffällig ist jedoch die Entwicklung bei den psychischen Diagnosen, deren Häufigkeit seit 2016 um mehr am als 50 Prozent zugenommen hat. Laut dem Verband gilt der Arbeitsplatz als entscheidender Hebel für die allgemeine Gesundheit, wobei die seit 2022 etablierte elektronische Krankschreibung für eine höhere Transparenz in der Datenerfassung sorge.

Erfolge durch gezielte Ergonomie-Programme in der Logistik

Wie wirksam spezifische Interventionen sein können, zeigen Ergebnisse der Deutschen Post. Das Unternehmen startete nach einer zweijährigen Pilotphase in Düsseldorf das Gesundheitsprogramm „Ergo“. Unter der Anleitung des Coachs Hanjo Fritzsche durchlaufen die Beschäftigten ein fünfwöchiges Training. An den Pilotstandorten meldete das Unternehmen bereits einen Rückgang von Muskel-Skelett-Erkrankungen sowie von Sturzunfällen.

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Für die methodische Umsetzung erhielt das Programm den Sonderpreis „Ergonomics“ beim Corporate Health Award. Flankierend zu solchen Maßnahmen fordert die DHL Group eine gesetzliche Obergrenze von 23 kg für Pakete, um die physische Belastung in der Zustellung nachhaltig zu senken.

Aktualisierung internationaler Standards für moderne Arbeitswelten

Neben praktischen Bewegungsangeboten rücken regulatorische Rahmenbedingungen in den Fokus des Managements. Die GUTcert Akademie hat für den 08.10.2026 ein Webinar zur Revision der ISO 45001:2027 angekündigt. Die zweistündige Online-Veranstaltung richtet sich an Führungskräfte und BGM-Verantwortliche und behandelt die praktischen Anpassungen der Norm.

Zu den wesentlichen Neuerungen gehören die Erweiterung des Bereichs Leadership, die Implementierung von Systemen zur Meldung von Vorfällen ohne Angst vor Repressalien sowie die Berücksichtigung von Well-being und hybriden Arbeitsformen. Auch ein neuer Paragraph zum Änderungsmanagement ist Teil der aktualisierten Norm. Die Teilnahmegebühr für das Webinar beträgt 150 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer.

Kooperationen und Marktentwicklung bei Zusatzleistungen

Auch im akademischen Umfeld selbst werden Strukturen gefestigt. Die AOK PLUS hat ihre seit 2020 bestehende Gesundheitspartnerschaft mit der Universität Erfurt um weitere zwei Jahre verlängert.

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Wer im Unternehmen Verantwortung für die Gesundheit trägt, muss psychische Belastungen ebenso systematisch erfassen wie physische Gefahrenquellen. Erfahrene Arbeitsschutz-Experten nutzen dafür spezielle Muster-Dokumente, um den gesetzlichen Anforderungen nach § 5 ArbSchG effizient gerecht zu werden. Kostenloses Download-Paket mit Excel-Vorlagen sichern

Die Kooperation konzentriert sich auf die Festigung von Netzwerken, systemische Erstberatungen und die Etablierung des Leitbilds „Gesunde Führung“. Die Universität Erfurt wurde für ihre Bemühungen bereits im Jahr 2025 mit dem „Thüringer Siegel für Gesunde Arbeit“ geehrt.

Parallel dazu zeigt der bKV-Gesundheitsservices-Monitor 2026/2027 des Dienstleisters Funk eine hohe Abdeckung bei betrieblichen Krankenversicherungen (bKV). Von 17 befragten Versicherern bieten fast alle Gesundheitstelefone und Facharzt-Services an. 14 Institute halten telemedizinische Sprechstunden bereit, während elf Anbieter auf Mentalberatung setzen.

Eine begleitende Studie aus dem ersten Halbjahr 2026, die über 250 Fragen umfasste, deckte jedoch Defizite in der Kommunikation und im Reporting dieser Leistungen auf, was die Bedeutung einer professionellen Steuerung im Betrieb weiter unterstreicht.

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