Betriebliche, Gesundheit

Betriebliche Gesundheit: 1 Euro investiert bringt 4,80 Euro zurück

04.06.2026 - 21:07:33 | boerse-global.de

Der Saarpfalz-Kreis erhält eine Prämie für sein Betriebliches Eingliederungsmanagement. Studien belegen hohe Renditen solcher Gesundheitsinvestitionen für Unternehmen.

Saarpfalz-Kreis: Auszeichnung für vorbildliches Eingliederungsmanagement
Betriebliche - Eine einzelne Euromünze balanciert auf einem Stapel von Euro-Banknoten, angedeutet aufsteigend in einem modernen Büroumfeld. 04.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die mit 10.000 Euro dotierte Prämie würdigt die Bemühungen, die Arbeitskraft der Beschäftigten langfristig zu sichern. Auch die Saarbahn GmbH, die Kreissparkasse St. Wendel und die Hörmann KG Eckelhausen wurden geehrt.

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Landrat Frank John betonte die Relevanz solcher Maßnahmen für die Fachkräftesicherung. Die Auszeichnung ist Teil einer landesweiten initiative zur Förderung betrieblicher Gesundheitsstrategien.

Gesundheitsinvestitionen rechnen sich

Jeder in BEM investierte Euro bringt 4,80 Euro zurück. Das belegen Berechnungen der Hochschule Aalen. Ein mittelständisches Unternehmen mit rund 500 Mitarbeitern zahlt für ein strukturiertes Verfahren zwischen 15.000 und 25.000 Euro. Die Einsparungen durch reduzierte Fehlzeiten liegen im höheren fünfstelligen Bereich.

Auch das allgemeine Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) lohnt sich. Laut BKK Dachverband bringt jeder investierte Euro im Schnitt 2,70 Euro Rendite. Besonders teuer wird es, wenn Ausbildungen scheitern: Das Bundesinstitut für Berufsbildung beziffert die Kosten eines Ausbildungsabbruchs auf durchschnittlich 6.478 Euro pro betroffener Person.

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Psychische Belastungen und Hitze als Risikofaktoren

Die Notwendigkeit für Gesundheitsinitiativen steigt. Eine aktuelle Studie von Civey und Factorial zeigt: 58,7 Prozent der Erwerbstätigen bemerken eine Zunahme der Arbeitsbelastung. Fast die Hälfte der Personalverantwortlichen beobachtet steigende Krankenstände. Hauptursachen für psychische Belastungen sind hoher Zeitdruck, unklare Aufgabenverteilungen und Konflikte am Arbeitsplatz.

Auch extreme Wetterereignisse werden zum betrieblichen Risiko. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung hat auf Basis von AOK-Daten ermittelt: An Tagen mit Temperaturen über 30 Grad steigen die Krankmeldungen um 3,5 Prozent. Nach einer siebentägigen Hitzeperiode sind es sogar 10,8 Prozent. Eine dreitägige Hitzewelle verursacht Zusatzkosten in der Lohnfortzahlung von rund 32 Millionen Euro. Besonders betroffen sind Baugewerbe, Fertigung und Transport.

Rentenversicherung und Krankenkassen helfen

Unternehmen können auf verschiedene Unterstützungsangebote zurückgreifen. Die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg bietet einen Firmenservice mit Beratungen zu Präventionsprogrammen wie „RV Fit“, medizinischer Rehabilitation und beruflicher Wiedereingliederung. Ziel ist es, Fehlzeiten zu reduzieren und die Erwerbsfähigkeit bis zum Renteneintritt zu erhalten.

Gesetzliche Krankenkassen sind nach § 20b SGB V verpflichtet, betriebliche Gesundheitsförderung zu finanzieren. Gefördert werden zertifizierte Kurse in Bewegung, Ernährung, Stressmanagement und Suchtprävention. Für kleinere Betriebe gibt es oft betriebsübergreifende Formate, die unter bestimmten Voraussetzungen komplett übernommen werden.

KI-Plattform für mentale Gesundheit und Kassen-Überschuss

Im Bereich der psychischen Gesundheit zeichnen sich technologische Neuerungen ab. Das britische HealthTech-Unternehmen JAAQ sicherte sich in einer Finanzierungsrunde 15 Millionen Euro. Die Plattform kombiniert KI mit klinisch geprüften Inhalten und soll nun international expandieren.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Quartal 2026 einen Überschuss von 773 Millionen Euro erwirtschaftet. Davon entfallen 206 Millionen auf die AOK und 300 Millionen auf die Betriebskrankenkassen. Grund ist die Erhöhung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags. Doch Experten warnen: Für 2027 wird ein Defizit von über 15 Milliarden Euro erwartet.

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