Berufskraftfahrer: Kabinett senkt Prüfungszeit auf 120 Minuten
29.05.2026 - 19:39:58 | boerse-global.deMit einem Mix aus praktischen Schulungsangeboten und weitreichenden Gesetzesänderungen will die Branche gegensteuern. Am Mittwoch billigte das Bundeskabinett eine neue Verordnung, die den Einstieg in den Beruf des Berufskraftfahrers deutlich erleichtern soll.
Praktische Ausbildung als Schlüssel gegen den Personalmangel
Bereits am Dienstag dieser Woche fand auf dem Gramenz-Campus eine spezielle Schulung für den Erwerb von Gabelstapler-Führerscheinen statt. Solche Initiativen sind Teil einer umfassenden Strategie, um dringend benötigte Fachkräfte für Lager und Logistik zu gewinnen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Allein in Klipphausen waren am Dienstag 87 offene Stellen ausgeschrieben – darunter Positionen für Lagerpersonal, Lkw-Fahrer und Auszubildende im Berufskraftfahrerbereich.
Der Erwerb des Gabelstapler-Führerscheins ist nur der erste Schritt zur Sicherheit im Lager – ebenso wichtig ist die regelmäßige, rechtssichere Unterweisung Ihres Personals. Mit dieser sofort einsetzbaren Muster-PowerPoint und dem passenden Quiz sparen Betriebsleiter wertvolle Zeit bei der Vorbereitung. Gabelstapler-Unterweisung in 30 Minuten erledigt
Der Bedarf an qualifizierten Kräften zeigt sich auch bei großen Dienstleistern. Erst Anfang Mai suchte die Personalvermittlung Randstad im Auftrag der Arvato SE in Langenhagen gezielt nach Gabelstaplerfahrern. Die Vergütung lag zwischen 15,69 und 15,70 Euro pro Stunde, die Aufgaben umfassten Kommissionierung und Warenbearbeitung. Unterstützung bieten Organisationen wie die BGN mit einem breiten Seminarangebot zu Logistik, Arbeitssicherheit und Brandschutz – sowohl in Präsenz als auch online.
Neue Verordnung: Weniger Hürden für Berufskraftfahrer
Die am Mittwoch vom Kabinett verabschiedete Verordnung zielt darauf ab, den Fahrermangel gezielt zu bekämpfen. Die Reform tritt voraussichtlich noch 2026 in Kraft und bringt mehrere Erleichterungen mit sich.
Ein zentraler Punkt: Die beschleunigte Grundqualifikationsprüfung wird künftig in acht Fremdsprachen angeboten. Das soll ausländischen Bewerbern den Zugang erleichtern. Zudem vereinfacht die Regierung die Anerkennung von Führerscheinen aus der Ukraine und Montenegro – eine Umschreibung ohne erneute Prüfung wird möglich. Besonders deutlich fällt die Verkürzung der praktischen Prüfungszeit aus: Statt bisher 210 Minuten sind künftig nur noch 120 Minuten vorgesehen.
Sicherheit bleibt Pflicht – auch bei neuen Technologien
Doch bei aller Erleichterung für den Berufseinstieg: Die Sicherheitsstandards bleiben hoch. Die TÜV SÜD Akademie erinnerte am Donnerstag an die jährliche Sensibilisierungspflicht für Personal, das mit Hochvolt- oder Gas-Antriebssystemen arbeitet. Diese von der DGUV vorgeschriebene Regelung betrifft Servicewerkstätten, Hersteller sowie Forschungs- und Entwicklungsabteilungen.
Auch der Brandschutz spielt eine zentrale Rolle. Aktualisierte Richtlinien für Bayern schreiben vor, dass in Betrieben mit normaler Brandgefahr mindestens fünf Prozent der Mitarbeiter als Brandschutzhelfer ausgebildet sein müssen. Die Schulung umfasst praktische Löschübungen und muss alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden.
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Technischer Fortschritt: Wartungsfreie Flurförderzeuge
Die technische Entwicklung bleibt nicht stehen. Der Hersteller Clark hat kürzlich fünf neue elektrische Niederhub-Gabelhubwagen vorgestellt, darunter die Modelle ELP15, BPT15 und RPE20. Die Fahrzeuge haben Tragfähigkeiten zwischen 1.500 und 2.000 Kilogramm und setzen auf Lithium-Ionen-Technologie. Das Modell RPE20 ist mit einer klappbaren Plattform für den Fahrer ausgestattet und erreicht Geschwindigkeiten von bis zu zehn Kilometern pro Stunde. Die wartungsfreie Technik soll besonders in Dauerbetriebsumgebungen punkten.
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