Berliner Verwaltung gehackt: 5,8 TB Daten mit 12.000 Personaldatensätzen geleakt
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Ransomware-Gruppe Rhysida hat einen umfangreichen Datensatz veröffentlicht, der aus der IT-Infrastruktur der Berliner Verwaltung entwendet wurde. Wie aus Berichten vom 6. September 2026 hervorgeht, umfasst das im Darknet freigeschaltete Material ein Volumen von 5,8 Terabyte. Insgesamt handelt es sich um etwa 1,44 Millionen Dateien, die sensible Informationen sowohl über Mitarbeiter als auch über die Infrastruktur der Bundeskapital enthalten.
Sensible Informationen zu Personal und kritischer Infrastruktur
Die veröffentlichten Dokumente beinhalten nach vorliegenden Erkenntnissen 12.000 Personendatensätze sowie Personalakten und Kopien von Ausweisdokumenten. Darüber hinaus befinden sich unter den geleakten Daten interne Passwörter und Dokumente, die als sicherheitsrelevant für die kritische Infrastruktur (KRITIS) eingestuft werden. Betroffen sind Informationen zu Heizkraftwerken, Tanklagern und der Wasserversorgung.
Zudem wurden Details zu Bereichen des Zivilschutzes, der Rüstung und der Bundeswehr öffentlich zugänglich gemacht. Die Angreifer hatten ursprünglich ein Lösegeld in Höhe von 30 Bitcoin gefordert, was einem Gegenwert von etwa 2 Millionen Euro entspricht. Da der Berliner Senat die Zahlung verweigerte, erfolgte die Freigabe der Daten. Experten gehen davon aus, dass die Tat primär finanziell und nicht politisch motiviert war.
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Sicherheitslücken und Ermittlungen zum Angriffshergang
Rekonstruktionen des Vorfalls ergaben, dass der eigentliche Angriff in der Zeit vom 7. bis zum 12. August stattfand, jedoch erst am 14. August entdeckt wurde. Die Exfiltration der Daten blieb somit sieben Tage lang unbemerkt.
Als Einfallstor diente ein externer Fernzugang, der nicht durch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) gesichert war. In den entwendeten Datensätzen stießen die Angreifer zudem auf Passwörter, die im Klartext gespeichert waren.
Bereits im Jahr 2024 hatte der Rechnungshof Mängel an der Firewall-Struktur der Verwaltung kritisiert. Nach der ersten Veröffentlichung der Daten kam es zu weiteren Komplikationen, da durch das Bekanntwerden zusätzlicher Zugangsdaten Einschränkungen im Betrieb der Berliner Bauverwaltung notwendig wurden.
Ein IT-Experte warf der Verwaltung in diesem Zusammenhang grobe Fahrlässigkeit vor. Ein Vertreter des Chaos Computer Clubs (CCC) bezeichnete den Vorfall als den bisher größten bekannten Angriff auf die deutsche Verwaltung und empfahl dringend die Implementierung von Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) sowie eine konsequente Netzwerksegmentierung.
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Warnungen vor Identitätsdiebstahl und politische Folgen
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnte angesichts der vollständigen öffentlichen Verfügbarkeit der Daten vor einem erheblichen Risiko für Identitätsdiebstahl. Zudem bestehe eine erhöhte Bedrohung durch Phishing-Versuche und sogenannte Hack-and-Leak-Angriffe.
Diese Warnung erfolgt insbesondere im Hinblick auf die bevorstehende Berlin-Wahl am 20. September, wenngleich der Senat betonte, dass die spezifische Wahl-IT nicht von dem Angriff betroffen sei.
Politisch sorgt der Vorfall für erhebliche Diskussionen. Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz bezeichnete die Situation als einen massiven Daten-Gau und sieht eine Mitschuld bei der Bundesregierung. Er hält personelle Konsequenzen für möglich.
Ein Sprecher des CCC wies unterdessen darauf hin, dass die einmal veröffentlichten Informationen kaum wieder aus dem öffentlichen Raum zu entfernen seien. Experten raten betroffenen Stellen nun zu einem umfassenden Austausch von Passwörtern und einer Revision der bestehenden Sicherheitsarchitekturen.
