Energie, Industrie

Industriestrompreis könnte 4,5 Milliarden Euro kosten

03.11.2025 - 11:18:37 | dts-nachrichtenagentur.de

BERLIN. Eine Allianz um die bundeseigene "Deutsche Energieagentur" (Dena) hat ein Konzept für den von der Bundesregierung geplanten Industriestrompreis erstellt.

Stahlproduktion (Archiv) - Bild: über dts Nachrichtenagentur
Stahlproduktion (Archiv) - Bild: über dts Nachrichtenagentur
In dem Dokument, über welches das "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) berichtet, schlägt die Dena gemeinsam mit den Denkfabriken Epico Klima-Innovation und Agora Energiewende vor, energieintensive Betriebe so zu subventionieren, dass sie auf einen Industriestrompreis von fünf Cent je Kilowattstunde kommen. Gelten solle dieser Preis für die Hälfte des individuellen Stromverbrauchs der Unternehmen. Für den Empfängerkreis solle die "Kuebll-Liste" der EU genutzt werden, die Unternehmen mit hohem Strombedarf und im internationalen Wettbewerb führt.

In Deutschland sind das rund 2.000 Unternehmen mit einem jährlichen Gesamtverbrauch von rund 100 Terawattstunden. Dena, Epico und Agora rechnen vor, dass der Industriestrompreis in diesem Fall für den Bund Kosten in Höhe von 1,5 Milliarden Euro verursachen würde. Nach EU-Beihilferecht darf der Industriestrompreis nur für drei Jahre gelten, die Gesamtkosten lägen damit bei 4,5 Milliarden Euro. Laut Dena, Epico und Agora würden mittelfristig nur wettbewerbsfähige Industriestrompreise möglich sein, wenn zeitgleich strukturelle Verbesserungen durchgeführt würden. "Der Industriestrompreis wirkt wie ein Schmerzmittel", sagte Epico-Gründer Bernd Weber der Zeitung: "Er heilt aber nicht die Ursachen für die Abwanderung von Investitionen." Weitere Vorschläge in dem Konzeptpapier sind deshalb eine Stärkung von Direktverträgen zwischen Unternehmen und Erneuerbaren-Betreibern ("PPA"), etwa durch Investitionsgarantien, und eine Beibehaltung der Ausbaugeschwindigkeit der Erneuerbaren. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kündigte am Montag den Start des Industriestrompreises zum 1. Januar 2026 an. Man sei bei den Verhandlungen "in den letzten Zügen", hieß es.

de | wirtschaft | 68319246 |

Weitere Meldungen

DIHK mahnt bei Reformen Wachstumsorientierung an Nach dem Reformgipfel der Regierungsspitzen mit den Sozialpartnern hat DIHK-Präsident Peter Adrian an die Geschlossenheit und Handlungsfähigkeit der Regierungskoalition appelliert, damit Reformen rasch in die Tat umgesetzt werden."Wir erleben eine der wirtschaftlich schwierigsten Phasen in der Geschichte der Bundesrepublik", sagte Adrian der "Rheinischen Post" (Freitagausgabe). (Politik, 12.06.2026 - 00:00) weiterlesen...

E-Autos: VW will Fünf-Minuten-Laden ab 2030 im Massenmarkt anbieten Volkswagen rechnet damit, Elektroautos mit extrem kurzen Ladezeiten für den Massenmarkt Anfang der 2030er-Jahre anbieten zu können. (Wirtschaft, 11.06.2026 - 15:58) weiterlesen...

Europäischer Erfinderpreis für deutschen Elektroingenieur. Für sein Lebenswerk erhält er nun den Europäischen Erfinderpreis. Mehr Strom, weniger Verluste: Rainer Marquardts Technologie sorgt weltweit für effiziente Energieübertragung. (Wirtschaft, 10.06.2026 - 15:30) weiterlesen...

Bosch setzt auf Milliardenmarkt mit Robotik und KI. Rückendeckung erhalten die Schwaben aus der Politik. Bosch richtet sich neu aus: Der Konzern will im Milliardenmarkt für Robotik und KI punkten – auch wegen der Ertragskrise im Stammgeschäft. (Wissenschaft, 10.06.2026 - 09:30) weiterlesen...

Wirtschaft soll weitere Strompreis-Entlastung erhalten Die EU-Kommission ermöglicht der deutschen Wirtschaft stärkere Entlastungen beim Strompreis als bislang geplant. (Politik, 09.06.2026 - 14:56) weiterlesen...

Stromerzeugung im ersten Quartal mehrheitlich aus Erneuerbaren Im ersten Quartal 2026 sind in Deutschland 126,6 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert und in das Stromnetz eingespeist worden. (Wirtschaft, 09.06.2026 - 08:12) weiterlesen...