Beherbergungsabgabe Mainz: Zwei bis fünf Euro pro Übernachtung
01.07.2026 - 11:09:56 | boerse-global.de
Seit dem 1. Juli 2026 gilt in Mainz die neue Beherbergungsabgabe. Die Stadt erwartet Millionen-Einnahmen – die Hotellerie warnt vor Bürokratie und Wettbewerbsnachteilen.
Der Stadtrat hatte die sogenannte Bettensteuer bereits im Mai beschlossen. Übernachtungen in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt werden nun teurer. Die Abgabe ist nach dem Zimmerpreis gestaffelt und liegt zwischen zwei und fünf Euro pro Nacht. Zahlen müssen die Gäste, die Hotels ziehen das Geld ein.
Vier Millionen Euro jährlich erwartet
Die Stadtverwaltung rechnet mit zusätzlichen Einnahmen von bis zu vier Millionen Euro pro Jahr. Finanzdezernent Daniel Köbler will das Geld in den allgemeinen Haushalt sowie in Kultur und Tourismus stecken. Ab 2027 sollen jährlich bis zu 200.000 Euro in einen speziellen Tourismusfonds fließen. In zwei Jahren ist eine Überprüfung der Abgabe geplant.
Für Altbuchungen gibt es eine Übergangsregelung: Wer seinen Aufenthalt vor dem 1. Mai 2026 gebucht hat, ist bis zum 31. März 2027 von der Steuer befreit.
Die Branche zeigt sich wenig begeistert. Hoteliers kritisieren den hohen bürokratischen Aufwand. Sie befürchten, dass Gäste wegen der Zusatzkosten ins Umland abwandern.
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Mainz ist kein Einzelfall
Andere Städte ziehen nach: In Wien stieg die Ortstaxe zum 1. Juli auf fünf Prozent. Ursprünglich waren 8,5 Prozent geplant – nach Protesten der Wirtschaft wurde die Erhöhung verschoben.
In Heiligenhaus warnte die Industrie- und Handelskammer am 1. Juli vor den Folgen einer Bettensteuer. Die Übernachtungszahlen lägen dort noch immer unter dem Vor-Corona-Niveau. Cuxhaven entschied sich Ende Juni für ein Kombimodell aus Steuer und Gästebeitrag ab 2027. Künftig sollen dort auch beruflich bedingte Übernachtungen besteuert werden.
„Cool Summer Mainz“ als Gegenangebot
Parallel zur neuen Steuer startete in Mainz die Aktion „Cool Summer Mainz“. Sieben Hotels bieten Bürgern bei Temperaturen über 33 Grad vergünstigte Übernachtungen an. Die lokale Bindung soll trotz der neuen Abgabe gestärkt werden.
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Weitere Neuregelungen zum Juli
Die Bettensteuer ist nicht die einzige Änderung zum Monatsbeginn. Bundesweit steigen die Renten um 4,24 Prozent. In Rheinland-Pfalz gibt es eine vollautomatische Steuererklärung per App – zunächst für ledige, kinderlose Arbeitnehmer und Rentner für das Steuerjahr 2025.
Das Bürgergeld wurde unter verschärften Sanktionsregeln in die Grundsicherung überführt. Die Mindestlöhne in der Pflege steigen: Hilfskräfte erhalten mindestens 16,52 Euro pro Stunde, Fachkräfte 21,03 Euro. Im Luftverkehr sinkt die Ticketsteuer – je nach Flugstrecke zwischen 2,50 und über 11 Euro. Dafür entfällt die Zollfreigrenze für Online-Bestellungen aus Nicht-EU-Ländern. Pro Warenkategorie wird nun eine Pauschale von drei Euro fällig.
