Beamtenbesoldung, Dobrindt

Beamtenbesoldung: Dobrindt plant 6,9-Milliarden-Reform ab September

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Brandenburg passt Beamtengehälter an, der Bund plant milliardenschwere Reform. Auch TVöD-Beschäftigte erhalten höhere Jahressonderzahlungen.

Öffentlicher Dienst: Neue Besoldung und Sonderzahlungen 2026
Eine Gruppe von Angestellten des öffentlichen Sektors, die vor einem modernen Regierungsgebäude stehen und zuversichtlich aussehen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Bund bereitet eine umfassende Neuregelung vor, die Milliarden kosten wird. Und für Tarifbeschäftigte gelten neue Sätze bei den Jahressonderzahlungen.

Brandenburg zieht bei der Besoldung nach

Die Besoldung in Brandenburg wird rückwirkend zum 1. Januar 2026 angepasst. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) begrüßte die Umsetzung grundsätzlich – übte aber auch Kritik.

Ein Knackpunkt: Die Wochenarbeitszeit steigt befristet auf 41 Stunden, gültig bis Mitte 2031. Der DGB fordert, dass Mehrarbeit bereits ab der ersten Stunde angerechnet wird – nicht erst ab einer Schwelle von fünf Stunden. Zudem müsse die geplante Stellenzulage für Lehrkräfte mindestens 200 Euro betragen.

Dobrindt plant Milliardenpaket für Beamte

Auf Bundesebene treibt Innenminister Dobrindt eine massive Anhebung der Beamtenbesoldung voran. Hintergrund ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom September 2025. Einen Gesetzentwurf erwarten Experten frühestens für September 2026.

Die Kosten sind gewaltig: Rund 6,9 Milliarden Euro soll die Reform verschlingen. Davon entfallen 3,39 Milliarden Euro auf den Bund für 2025 und weitere 3,52 Milliarden Euro für 2027. Auch die Länder müssen tief in die Tasche greifen. Für Hessen sind 755 Millionen Euro eingeplant, für Schleswig-Holstein 460 Millionen Euro.

Es ist die erste große Anpassung der Besoldungsstruktur seit 2004. Damals gab es die letzte lineare Erhöhung der Grundgehälter.

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Neue Sonderzahlungen für Tarifbeschäftigte

Für Beschäftigte im TVöD ändern sich 2026 die Sätze für die Jahressonderzahlung. Ausgezahlt wird sie mit dem Novembergehalt. Die Höhe variiert nach Entgeltgruppe und Arbeitgeber:

Bund:
- Entgeltgruppen 1 bis 8: 95 Prozent (vorher 90)
- Gruppen 9a bis 12: 90 Prozent (vorher 80)
- Gruppen 13 bis 15: 75 Prozent (vorher 60)

Kommunen (VKA):
- Einheitlicher Satz von 85 Prozent für alle Gruppen

Gesundheitswesen und Pflege:
- Krankenhäuser: 90 Prozent (Gruppen 1-8), 85 Prozent (Gruppen 9a-15)
- Pflegeheime (S2 bis S9): 90 Prozent

Ein neues Wahlmodell erlaubt Beschäftigten, bis zu drei freie Tage statt der Auszahlung zu nehmen. Der Antrag muss bis zum 1. September 2026 gestellt werden. Achtung: Im kommunalen Bereich verfallen nicht genutzte Tage ersatzlos.

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Regionale Unterschiede und allgemeine Lohnentwicklung

Die Gehälter im öffentlichen Dienst variieren stark nach Bundesland. In Nordrhein-Westfalen liegt das Bruttomonatsgehalt in Entgeltgruppe 13 zwischen 4.628 und 6.470 Euro. In Baden-Württemberg startet die gleiche Gruppe bei 5.010 Euro und steigt auf 6.000 Euro.

Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnet zudem einen allgemeinen Lohnanstieg. Das Median-Entgelt für Vollzeitbeschäftigte kletterte 2025 auf 4.217 Euro brutto – ein Plus von 5,1 Prozent gegenüber 2024. Besonders dynamisch entwickelte sich die Pflegebranche: Fachkräfte in der Altenpflege verdienten 2025 im Median 4.438 Euro. Das ist ein Anstieg von 54 Prozent seit 2018. Damit hängen die Pflegekräfte die Metall- und Elektroindustrie ab.

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