Baugerüste: Hessen kontrolliert ab 8. Juni – 31% Absturzunfälle
06.06.2026 - 02:03:22 | boerse-global.de
Das schreiben das Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) und die DGUV Vorschrift 2 vor. Betriebe haben die Wahl: interne Ausbildung oder externe Dienstleister.
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Was eine Sifa eigentlich macht
Die Kernaufgaben einer Fachkraft für Arbeitssicherheit sind klar definiert. Sie erstellt und aktualisiert Gefährdungsbeurteilungen, führt regelmäßige Arbeitsplatzbegehungen durch und unterstützt bei Sicherheitsunterweisungen. Dazu kommt die Teilnahme an den vierteljährlichen Sitzungen des Arbeitsschutzausschusses (ASA).
Der Job wird anspruchsvoller. Neben Maschinensicherheit und CE-Bewertungen rückt die psychische Belastung der Mitarbeiter in den Fokus. Spezielle Qualifikationen für diesen Bereich gibt es ab rund 499 Euro. Ziel ist die rechtssichere Dokumentation und Ableitung konkreter Maßnahmen.
Interne Ausbildung: Teuer und riskant
Wer eine interne Fachkraft qualifizieren will, muss tief in die Tasche greifen. Branchenanalysen Anfang Juni 2026 zeigen: Die Kosten liegen bei über 12.000 Euro, die Ausbildung dauert mehr als ein Jahr. Das Risiko: Der Mitarbeiter kündigt nach der Qualifikation.
Kein Wunder, dass viele Betriebe auf externe Dienstleister setzen. Große Anbieter wie BG prevent oder GBS Arbeitsschutz betreuen bundesweit zehntausende Firmen. GBS versorgt mit über 3.450 Standorten mehr als 118.000 Mitarbeiter. Spezialisierte Ingenieurbüros wie die IfS Sicherheitstechnik sind seit über drei Jahrzehnten am Markt und bieten neben der Sifa-Gestellung auch Schulungen und technische Prüfungen.
Gerichte und Kontrollen verschärfen den Druck
Die rechtlichen Anforderungen wachsen. Anfang Juni 2026 erschien ein Praxisleitfaden von Prof. Dr. Thomas Wilrich, der 60 Gerichtsurteile zum Arbeitsstättenrecht analysiert. Themen: Bildschirmarbeitsplätze, Brandschutz und Telearbeit.
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Dass die Behörden strenger kontrollieren, zeigt eine angekündigte Aktionswoche in Hessen. Vom 8. bis 12. Juni planen die Regierungspräsidien Gießen, Darmstadt und Kassel verstärkte Kontrollen von Baugerüsten. Der Hintergrund: Zwischen 2009 und 2023 machten Absturzunfälle rund 31 Prozent der schweren oder tödlichen Arbeitsunfälle aus. Frühere Kontrollen ergaben, dass nur 21 Prozent der Baustellen die Schutzmaßnahmen vollständig erfüllten.
Wer gesucht wird – und was er verdient
Der Markt für Sicherheitsfachkräfte boomt. Unternehmen aus der Halbleiterindustrie in Dresden suchen aktiv Personal mit Ingenieurstudium und Qualifikation nach § 7 ASiG. Die Aufgaben reichen von der Unfallanalyse bis zur Koordination internationaler Teams. Gehaltsschätzungen: zwischen 46.000 und 59.000 Euro jährlich.
Ein weiterer Baustein bleibt die Erste Hilfe. Ab zwei anwesenden Versicherten muss der Betrieb mindestens einen Ersthelfer stellen. Bei Unternehmen ab 20 Beschäftigten liegt die Quote je nach Branche zwischen 5 und 10 Prozent. Die Ausbildung umfasst neun Unterrichtseinheiten und muss alle zwei Jahre aufgefrischt werden.
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