BASF Zhanjiang: 8,7-Milliarden-Werk soll ab 2027 Gewinn bringen
08.06.2026 - 14:02:50 | boerse-global.de
Ab 2027 soll das Werk erstmals Gewinn abwerfen.
Langfristige Ziele für den Mega-Standort
Die Gesamtinvestition für den Standort in Südchina beziffert BASF auf 8,7 Milliarden Euro. Seit dem Produktionsstart erster Anlagen im März wird das Projekt schrittweise erweitert. Für 2026 prognostiziert das Management ein leicht negatives bereinigtes EBITDA. Grund sind die Inbetriebnahme neuer Einheiten und jährliche Abschreibungen von mehr als 500 Millionen Euro.
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Ab 2027 soll der Standort dann einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis leisten. Für 2030 hat BASF ehrgeizige Ziele bekräftigt: Der Umsatz in Zhanjiang soll zwischen 4,0 und 5,0 Milliarden Euro liegen. Das bereinigte EBITDA vor Ort soll ein Niveau von 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro erreichen.
Anders als der bestehende Verbundstandort in Nanjing wird das Werk in Zhanjiang zu 100 Prozent von BASF betrieben – kein Joint Venture. Der Fokus liegt auf der Versorgung der lokalen Nachfrage in Südchina.
Analysten warnen vor Gegenwind in Europa
Trotz der bestätigten Wachstumsziele für Asien sieht sich die europäische Chemiebranche mit Problemen konfrontiert. Goldman Sachs senkte das Kursziel für die BASF-Aktie von 65 auf 63 Euro, behielt die Einstufung aber auf „Buy“. Die Analysten verwiesen auf einen schneller als erwarteten Nachfragerückgang in Europa und zunehmenden Exportdruck aus China.
Die Goldman-Sachs-Expertin erwartet für BASF 2027 über dem Konsens liegende Ergebnisse. Die Prognose für die gesamte Branche in Europa fiel gedämpft aus. Der Aktienkurs gab am Montag zeitweise um rund 1,7 Prozent nach. Auch Wettbewerber wie Lanxess und Evonik verzeichneten Kursverluste.
Strategische Neuausrichtung und Kapitalallokation
BASF treibt parallel zum Ausbau in China die Transformation seiner globalen Lieferketten voran. In Nordamerika schloss das Unternehmen einen exklusiven Vertriebsvertrag für Weichmacher ab. Eine Kooperation sichert den Zugang zu chemisch recycelten Rohstoffen wie Benzol. Ziel ist es, den Anteil zirkulärer und erneuerbarer Materialien zu erhöhen.
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Der neue Standort in Zhanjiang soll vollständig mit Ökostrom betrieben werden. Der CO2-Fußabdruck soll im Vergleich zu konventionellen Anlagen halbiert werden.
Bei der Kapitalallokation steht BASF vor einem Wendepunkt. Das aktuelle Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Euro läuft Ende Juni 2026 aus. Für den Zeitraum bis 2028 plant das Management weitere Rückkäufe im Wert von 4 Milliarden Euro. Insgesamt strebt der Konzern zwischen 2025 und 2028 eine Gesamtausschüttung von mindestens 12 Milliarden Euro an. Rund 8 Milliarden Euro davon entfallen auf Dividenden.
Im ersten Quartal 2026 erzielte BASF einen Umsatz von 16 Milliarden Euro bei einem EBITDA vor Sondereinflüssen von rund 2,36 Milliarden Euro. Das Jahresziel für das EBITDA bleibt bei einer Spanne von 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro.
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