Bank of America zahlt über 1,21 Milliarden Dollar Strafe
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 06:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Externe Prüfer sollen Transaktionen analysieren
- Das US-Finanzministerium verhängte gegen die Bank of America Strafen von mehr als 1,21 Milliarden Dollar.
- Die Bank soll chinesische Geldwäsche-Netzwerke nicht gemeldet haben.
- Die verdächtigen Transaktionen hatten laut Ministerium ein Volumen von mehr als fünf Milliarden Dollar.
Das US-Finanzministerium hat gegen die Bank of America Strafen von mehr als 1,21 Milliarden Dollar wegen Verstößen gegen Geldwäsche- und Sanktionsgesetze verhängt.
Vorwürfe betreffen chinesische Netzwerke
Nach Angaben des Ministeriums meldete die zweitgrößte US-Bank chinesische Geldwäsche-Netzwerke nicht. Bei den beanstandeten Transaktionen ging es insgesamt um mehr als fünf Milliarden Dollar.
Bei rund einem Fünftel dieser Vorgänge seien zusätzlich Anliegen der nationalen Sicherheit berührt gewesen. Die Behörden beanstanden damit nicht nur einzelne Meldeversäumnisse, sondern die Reichweite der internen Kontrollprobleme.
Auch Iran und Russland betroffen
In dem Strafbetrag enthalten ist eine Zahlung von 11,6 Millionen Dollar aus einem Vergleich wegen Verletzungen von Sanktionen. Diese betrafen unter anderem Iran und Russland.
Nach einem Gerichtsdokument muss die Bank externe Prüfer zulassen. Sie sollen verdächtige Transaktionen analysieren und die Umsetzung der geforderten Verbesserungen begleiten.
Bank verweist auf Investitionen
Die Bank erklärte in einer Stellungnahme, sie habe bereits Milliarden Dollar in Technologie zur Bekämpfung von Finanzkriminalität investiert. Zugleich arbeite sie daran, die von Regulierern kritisierten Probleme zu beheben.
Die Bank of America legt am Mittwoch ihre Zahlen für das vergangene Quartal vor. Die Strafzahlung wird das Ergebnis belasten.
Kontrollen waren bereits 2024 Thema
Das Geldinstitut war bereits 2024 aufgefordert worden, seine Geldwäschekontrollen zu verbessern. Nach Darstellung des Finanzministeriums reichten die danach ergriffenen Maßnahmen zur Verbesserung der Aufsicht nicht aus.
Kontrollen geraten weltweit unter Druck
Der Fall zeigt, welche finanziellen und rechtlichen Folgen unzureichende Geldwäschekontrollen bei international tätigen Banken haben können. Besonders relevant ist die Größenordnung der beanstandeten Transaktionen: Es geht nicht um einzelne Vorgänge, sondern um ein Volumen von mehr als fünf Milliarden Dollar.
Für Banken bestehen dabei mehrere Pflichten gleichzeitig. Sie müssen verdächtige Geldflüsse erkennen, mögliche Netzwerke melden und Sanktionsvorgaben zu Ländern wie Iran oder Russland einhalten. Fehler in einem Bereich können deshalb mit weiteren Verstößen verknüpft sein und zusätzliche Prüfungen, Auflagen oder Vergleichszahlungen auslösen.
Strafzahlung belastet Quartalszahlen
Die Bank of America legt am Mittwoch ihre Zahlen für das vergangene Quartal vor. Die Strafzahlung dürfte dabei nicht nur den Gewinn belasten, sondern auch den Blick von Anlegern und Aufsehern auf die internen Kontrollsysteme lenken.
Die angekündigte Zulassung externer Prüfer erhöht den Umsetzungsdruck. Für Kunden bedeutet der Vorgang vor allem, dass Banken ihre Überwachung von Überweisungen, Geschäftspartnern und internationalen Zahlungswegen weiter ausbauen müssen. Die Investitionen in Technologie stehen damit vor der Aufgabe, nicht nur große Datenmengen zu verarbeiten, sondern auch konkrete Risiken zuverlässig zu erkennen.
