Bank of America zahlt 1,2 Milliarden Dollar Strafe
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 14:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBank of America meldet Quartalszahlen
- Die Bank of America verdiente im dritten Quartal 6,9 Milliarden US-Dollar nach 8,3 Milliarden im Vorjahr.
- Ihre gesamten Erträge stiegen um drei Prozent auf 30 Milliarden Dollar.
- Die US-Regierung verlangt mehr als 1,2 Milliarden Dollar wegen Geldwäsche- und Sanktionsverstößen.
Bank of America verbucht Gewinneinbruch nach Milliardenstrafe
Die Bank of America hat im dritten Quartal wegen einer Milliardenstrafe und schwächerer Handelserträge deutlich weniger verdient. Der Nettogewinn sank auf 6,9 Milliarden US-Dollar nach 8,3 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.
Strafe belastet das Quartal
Die Milliardenstrafe war am Dienstagabend bekannt geworden und schlug direkt auf die Quartalszahlen durch. Im vorbörslichen US-Handel fiel die Aktie zeitweise um fünf Prozent.
Die Erträge im Handel mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen gingen im Jahresvergleich um 17 Prozent zurück. Im Aktienhandel legten die Erträge zwar um 11 Prozent zu, blieben aber hinter den durchschnittlichen Erwartungen von Analysten zurück.
Gesamterträge steigen trotz Rückgang
Besser liefen das Privatkundengeschäft und die Vermögensverwaltung. Dadurch erhöhten sich die gesamten Erträge der Bank um drei Prozent auf 30 Milliarden Dollar.
US-Regierung beanstandet Kontrollen
Die Bank of America muss mehr als 1,2 Milliarden Dollar wegen Verstößen gegen Geldwäsche- und Sanktionsgesetze bezahlen. Nach Angaben des US-Finanzministeriums meldete die Großbank unter anderem chinesische Geldwäsche-Netzwerke nicht.
Betroffen waren demnach verdächtige Transaktionen im Umfang von mehr als fünf Milliarden Dollar. Bei rund einem Fünftel der Vorgänge spielten zudem Anliegen der nationalen Sicherheit eine Rolle.
Externe Prüfer sollen Transaktionen analysieren
In dem Strafbetrag ist auch eine Zahlung von 11,6 Millionen Dollar aus einem Vergleich wegen der Verletzung von Sanktionen enthalten, unter anderem gegen Iran und Russland. Nach einem Gerichtsdokument soll die Bank externe Prüfer zulassen, die verdächtige Transaktionen untersuchen.
Die Bank verwies darauf, bereits Milliarden Dollar in Technologie zur Bekämpfung von Finanzkriminalität investiert zu haben. Sie arbeite daran, die von den Regulierern beanstandeten Probleme zu beheben.
Das US-Finanzministerium hatte die Bank bereits 2024 aufgefordert, ihre Geldwäschekontrollen zu verstärken. Nach Darstellung des Ministeriums ergriff das Institut anschließend nicht ausreichende Maßnahmen zur Verbesserung der Aufsicht.
Die Strafe trifft die Bank of America in einer Phase, in der US-Großbanken ihre Quartalsergebnisse vorlegen und Anleger besonders auf die Ertragsentwicklung im Kapitalmarktgeschäft achten. Das Institut konnte seine Gesamterträge zwar steigern, doch der Gewinneinbruch zeigt, wie stark regulatorische Sonderbelastungen ein einzelnes Quartal prägen können.
Im Zentrum steht nicht nur die Höhe der Zahlung, sondern auch die organisatorische Folge: Externe Prüfer sollen künftig verdächtige Transaktionen analysieren. Damit wird die Kontrolle der Geldwäsche- und Sanktionssysteme teilweise von außerhalb der Bank begleitet. Für das Institut bedeutet das zusätzlichen Aufwand und einen längerfristigen Anpassungsdruck bei Überwachung, Technologie und internen Abläufen.
Folgen für Bank und Kunden
Geldwäsche- und Sanktionskontrollen gehören zu den wichtigsten Pflichten international tätiger Banken, weil sie den Missbrauch des Finanzsystems und die Umgehung außenpolitischer Maßnahmen verhindern sollen. Werden verdächtige Zahlungen nicht erkannt oder gemeldet, drohen neben Geldstrafen auch strengere Auflagen und ein Vertrauensverlust bei Behörden und Investoren.
Für Kunden dürfte die unmittelbare Folge vor allem in zusätzlichen Prüfungen bestimmter Überweisungen und Geschäftsbeziehungen liegen. Für Aktionäre rückt dagegen die Frage in den Vordergrund, ob die Belastung auf das betroffene Quartal begrenzt bleibt oder weitere Investitionen und Aufsichtskosten folgen. Die schwächeren Handelserträge erhöhen den Druck, weil sie zeigen, dass der Gewinnrückgang nicht ausschließlich auf die Strafe zurückgeht.
