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b+b-Tarifabschluss: 2,8 Prozent mehr Gehalt und 1.000 Euro Einmalzahlung

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 05:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die b+b-Beschäftigten erhalten ab 2027 mehr Tabellenentgelt; zusätzlich gibt es eine Einmalzahlung und das Deutschlandticket bleibt finanziert.
Ein moderner, minimalistischer Büroflur mit großen Glasfenstern und Blick auf eine verschwommene Stadtlandschaft. Illustration mit AI erstellt.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und die Arbeitgeberin b+b haben am 30. Oktober 2026 die Entgeltrunde für das Jahr 2027 erfolgreich abgeschlossen. Wie ver.di am 2. November 2026 mitteilte, votierte die Bundestarifkommission der Gewerkschaft einstimmig für das ausgehandelte Verhandlungsergebnis. Die Einigung bringt den Beschäftigten tabellenwirksame Zuwächse, Sonderzahlungen sowie die Fortführung bestehender Mobilitätsleistungen.

Die Kernpunkte des Tarifvertrags bei b+b

Die Vereinbarung sieht ab dem 1. Januar 2027 eine tabellenwirksame Entgelterhöhung von 2,8 Prozent für alle Beschäftigten vor, ohne dass vorab Nullmonate anfallen. Neben der linearen Anpassung erhalten die Beschäftigten eine Einmalzahlung in Höhe von 1.000 Euro brutto, die bei Teilzeitkräften anteilig gewährt wird. Für Auszubildende steigt die monatliche Vergütung um 80 Euro brutto.

Zudem verständigten sich die Tarifparteien darauf, die vollständige Kostenübernahme des Deutschlandtickets fortzuschreiben. Der neu vereinbarte Tarifvertrag hat eine Gesamtlaufzeit von zwölf Monaten und gilt bis zum 31. Dezember 2027.

Abschlüsse im regionalen Handel erzielt

Während die Einigung bei b+b zügig ratifiziert wurde, verliefen die Tarifgespräche in anderen Branchen des Dienstleistungssektors teils unter erheblichem Druck.

Im Einzelhandel in Berlin und Brandenburg verständigten sich der Handelsverband Berlin-Brandenburg und ver.di in der dritten Verhandlungsrunde auf einen Abschluss für rund 220.000 Beschäftigte. Vorausgegangen waren mehrere Warnstreiks, mit dem Ergebnis wurde die bundesweite Tarifrunde im Einzelhandel abgeschlossen.

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In Berlin steigen die Entgelte rückwirkend zum 1. September 2026 um 3 Prozent und ab dem 1. Juni 2027 um weitere 2 Prozent bei einer Gesamtlaufzeit von 25 Monaten bis zum 30. Juni 2028. Der tarifliche Mindestlohn liegt dort ab September 2026 bei 14,20 Euro und klettert ab Juni 2027 auf 14,90 Euro.

Für Brandenburg gelten Zuwächse von 3 Prozent rückwirkend zum 1. Oktober 2026 sowie 2 Prozent ab dem 1. Juli 2027 bei einer Laufzeit bis zum 31. Juli 2028, wobei der tarifliche Mindestlohn jeweils einen Monat später nachzieht.

Ebenfalls geeinigt haben sich ver.di und die Arbeitgeber des Einzel- und Versandhandels in Rheinland-Pfalz für rund 150.000 Beschäftigte. Nach einer Vereinbarung über 25 Monate steigen die Gehälter rückwirkend zum 1. August 2026 um 3 Prozent und zum 1. Mai 2027 um 2 Prozent.

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Der Mindeststundenlohn in den unteren Gruppen klettert auf 14,20 Euro ab August 2026 und auf 14,90 Euro ab Mai 2027, für Verkäufer auf 20,47 Euro rückwirkend ab August 2026 und 20,88 Euro ab Mai 2027. Verhandlungsführerin Monika Di Silvestre bezeichnete das Ergebnis, das Eckpunkte des nordrhein-westfälischen Abschlusses übernimmt, als schmerzlichen Kompromiss.

Verhärtete Fronten bei Banken und weiteren Dienstleistern

Deutlich angespannter stellt sich die Situation bei den privaten Banken dar. Der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes legte in der zweiten Verhandlungsrunde in Frankfurt am Main für die rund 150.000 Beschäftigten ein Angebot vor, das neun Nullmonate bis Juni 2027 sowie tabellenwirksame Erhöhungen von 2,2 Prozent ab Juli 2027 und 2,0 Prozent ab Juli 2028 bei einer Laufzeit von 36 Monaten umfasst.

Verhandlungsführer Thomas A. Lange bezeichnete die Offerte als fair in herausfordernden Zeiten. Die Gewerkschaft ver.di wies den Vorschlag jedoch zurück, fordert 6 Prozent mehr Gehalt, monatlich 300 Euro zusätzlich für den Nachwuchs sowie Vorgaben zum Schutz von Arbeitsplätzen beim Einsatz künstlicher Intelligenz. Seit dem 26. Oktober 2026 laufende Warnstreiks sollen ausgeweitet werden.

Bei dem Telekommunikationsanbieter DOKOM21 endete die zweite Runde ebenfalls ohne Durchbruch; der Arbeitgeber stellte lediglich Einmalzahlungen in Aussicht, die Gespräche wurden auf den 10. November 2026 vertagt. Beim Seniorenstift-Träger KWA wiederum teilte das Unternehmen überraschend mit, die Verhandlungen über einen bundesweiten Altenpflege-Tarifvertrag nicht weiterzuführen.

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