Automobilkrise, Betriebsräte

Automobilkrise: Betriebsräte brauchen Qualifizierung für Verhandlungen

27.06.2026 - 02:39:53 | boerse-global.de

Angesichts von Stellenabbau und Transformation gewinnen Schulungen für Arbeitnehmervertreter an Bedeutung. Seminare zu Rhetorik und Wirtschaftskompetenz sind gefragt.

Betriebsrat-Schulungen: Schlüsselkompetenz in der Autokrise
Automobilkrise - Eine Gruppe konzentrierter Betriebsratsmitglieder sitzt an einem Konferenztisch und diskutiert, umgeben von Laptops und Unterlagen. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Volkswagen diskutiert über den Abbau von bis zu 100.000 Stellen, Mercedes-Benz verschiebt Sonderzahlungen für 90.000 Beschäftigte auf 2027. In dieser Phase gewinnt die Qualifizierung von Betriebsräten massiv an Bedeutung. Sie müssen bei Verhandlungen über Transformation, Wirtschaftlichkeit und Kommunikation mitreden können – und dafür braucht es Know-how.

Schulung ist Pflicht, nicht Kür

Die Teilnahme an Seminaren ist für Betriebsräte gesetzlich verankert. Anbieter wie das WAF-Institut berufen sich auf den Schulungsanspruch nach § 37 Abs. 6 Betriebsverfassungsgesetz. Für Vertrauenspersonen schwerbehinderter Menschen greift zusätzlich § 179 Abs. 4 SGB IX.

Die Kosten variieren stark. Eine mehrteilige Kommunikationsreihe kostet zwischen 1.794 und 1.832 Euro. Die Akademie Herkert bietet über 140 Fachthemen an – Einzelveranstaltungen starten bei 115 Euro.

Rhetorik und Wirtschaftskompetenz gefragt

Gerade in Krisenzeiten zählt professionelle Gesprächsführung. Die Schulungen sind modular aufgebaut:

Grundlagen der Kommunikation: Redetechniken, Konfliktmanagement, Vortragsgestaltung.

Vertiefung und Gesprächstechnik: Überzeugendes Auftreten, stabiler Kontakt zum Publikum.

Rhetorik für große Gruppen: Auftritte vor großem Publikum, souveräner Umgang mit Störungen.

Doch Kommunikation allein reicht nicht. Für den 1. Oktober 2026 ist eine Online-Veranstaltung für Mitglieder von Wirtschaftsausschüssen geplant. Themen: Organisation des Gremiums, Kommunikation mit dem Unternehmer, Kompetenzaufbau.

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Digitalisierung und psychische Gesundheit

Die Automatisierung schreitet rasant voran. Deutschland liegt mit 449 Robotern pro 10.000 Beschäftigte weltweit vorn. Ein Großteil der Industrie-Entscheider sieht humanoide Roboter als notwendige Ergänzung in der Fertigung. Betriebsräte müssen die Digitalisierung aktiv begleiten – Fachtagungen beschäftigen sich bereits mit KI und digitalen Zwillingen.

Parallel wächst der Druck auf die psychische Gesundheit der Belegschaft. Die Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern in Magdeburg und Halle-Dessau organisierten Workshops zur Prävention und Gesprächsführung bei psychischen Belastungen im Ausbildungsalltag.

Urteil lockert Vergaberegeln für Betriebsräte

Das Landeskirchliche Arbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat entschieden: Betriebsräte unterliegen bei der Beauftragung von Sachverständigen nicht den strengen Regeln der öffentlichen Ausschreibung. Das gilt auch für Betriebsräte in öffentlichen Unternehmen – sie handeln laut Gericht nicht im unmittelbaren Allgemeininteresse. Experten sehen das kritisch: Die Entscheidung öffne theoretisch Türen für die Umgehung von Vergabestandards.

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Ob Digitalisierung oder neue Arbeitszeitmodelle – rechtssichere Regelungen im Betrieb lassen sich am besten über professionell gestaltete Vereinbarungen lösen. Erfahrene Betriebsräte nutzen praxiserprobte Muster und Checklisten, um das Beste für die Belegschaft herauszuholen. Kostenlose Muster-Betriebsvereinbarung jetzt sichern

Neben diesen strukturellen Themen beschäftigen Betriebsräte alltägliche Fragen: Urlaubsanspruch berechnen, Entgelttransparenzgesetz umsetzen, Betriebsvereinbarungen für hybride Versammlungen gestalten oder mit Überlastungsanzeigen umgehen. Die Liste wird nicht kürzer – die Herausforderungen schon.

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