Ausbildungskrise, Jugendliche

Ausbildungskrise: 40.000 Jugendliche ohne Platz – höchste Quote seit 2009

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 02:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Der DGB kritisiert Ausbildungsqualität und fordert eine Abgabe. Das BAG stärkt Rechte von Betriebsräten und setzt Grenzen.

Ausbildungsmarkt in der Krise: 40.000 Jugendliche ohne Platz
Junge, vielfältige Fachkräfte in einem modernen Büro nehmen an einem kollaborativen Meeting teil. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Zahlen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigen: Rund 40.000 Jugendliche haben keinen Ausbildungsplatz gefunden – so viele wie seit 2009 nicht mehr. Besonders brisant: Laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) haben rund 2,76 Millionen Menschen zwischen 20 und 34 Jahren gar keinen Berufsabschluss.

Kritik an Ausbildungsbedingungen

Doch nicht nur der Mangel an Plätzen bereitet Sorgen. Auch die Qualität innerhalb der Betriebe steht in der Kritik. Rund 15 Prozent der Azubis müssen Tätigkeiten verrichten, die nichts mit ihrem Ausbildungszweck zu tun haben. Ein Drittel leistet regelmäßig Überstunden.

Der DGB fordert deshalb eine Ausbildungsplatzabgabe. Das Ziel: Unternehmen stärker in die Pflicht nehmen und die Qualität der Ausbildung sichern.

BAG stärkt Rechte – und setzt Grenzen

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat jüngst wichtige Entscheidungen getroffen. In zwei Beschlüssen vom 28. Januar 2026 (Az. 7 ABR 23/24 und 7 ABR 26/24) erklärte es Betriebsratswahlen an Remote-Standorten für unwirksam. Grund: Es fehlte an einer lokalen Leitungsmacht. Digitale Kommunikation allein reiche nicht aus, um einen eigenständigen Betrieb zu begründen.

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Ein weiteres Urteil vom 15. April 2026 (Az. 7 AZR 114/25) betrifft die Vergütung von Betriebsräten. Der Anspruch auf eine höhere Bezahlung setzt voraus, dass die konkrete Vergütung einer hypothetischen Stelle nachgewiesen wird. Das bloße Potenzial des Betroffenen genügt nicht.

Für die Qualifizierung von Betriebsräten bietet die IG Metall im Bezirk Küste ein neues Bildungsprogramm an. Anmeldungen sind ab Oktober 2025 möglich.

Jugendbeirat in Karben – neue Wege der Teilhabe

Auch auf kommunaler Ebene tut sich etwas. Die Stadt Karben führt nach längerer Vorbereitung einen Jugendbeirat ein. Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren können im Herbst 2026 wählen. Das Gremium erhält Antrags- und Rederechte – ein Schritt zu mehr politischer Teilhabe.

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EU plant strengere Regeln für soziale Medien

Parallel dazu diskutiert die EU über den Schutz Jugendlicher im Netz. Ein Expertengremium empfiehlt, den Zugang zu sozialen Medien für Kinder unter 13 Jahren grundsätzlich zu beschränken. Ausnahmen soll es nur unter elterlicher Aufsicht oder zu pädagogischen Zwecken geben.

Kommissionspräsidentin von der Leyen kündigte einen Gesetzesvorschlag bis zum Herbst an. Geprüft wird, Alterskontrollen auf App-Marktplätze und KI-Chatbots auszuweiten. Ein technischer Lösungsansatz könnte die EUDI-Wallet sein.

Während die Unionsfraktion nationale Alleingänge befürwortet, fordern Grüne und Linke eine stärkere Regulierung der Plattformen. Forscher und der Deutsche Ethikrat warnen hingegen vor flächendeckenden Alterskontrollen und pauschalen Verboten.

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