Arbeitsschutz: Neue Regeln für Sicherheitsbeauftragte seit Mai
04.06.2026 - 08:27:36 | boerse-global.deSeit Ende Mai gelten neue Regeln für Sicherheitsbeauftragte, spezielle Vorschriften für Arztpraxen und strengere Kontrollen der Gebäudesicherheit. Das Ziel: weniger Unfälle am Arbeitsplatz.
Neue Schwellenwerte für Sicherheitsbeauftragte
Am 29. Mai trat eine Änderung des Siebten Buches Sozialgesetzbuch (§ 22 SGB VII) in Kraft. Betriebe mit 50 bis 249 Beschäftigten müssen jetzt mindestens einen Sicherheitsbeauftragten benennen. Für kleinere Unternehmen mit 20 bis 49 Mitarbeitern gilt die Pflicht nur noch bei besonderer Gefährdung.
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Seit dem 1. Juni kommen zudem neue Unfallverhütungsvorschriften für Arztpraxen hinzu. Mediziner können künftig selbst eine Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit absolvieren. Sie dürfen die sicherheitstechnische Betreuung dann eigenständig übernehmen.
Technische Innovationen gegen Unfallrisiken
Ein Schüler der Berufsschule Ostallgäu entwickelte eine spezielle Arbeitsebene für Fahrsilos. Die Landwirtschaft gilt als besonders risikoreich: Allein im Allgäu starben 2025 zwei Landwirte bei Silo-Unfällen.
Das Deutsche Institut für Textil- und Fasenforschung (DITF) und die Hero Textil AG arbeiten an „StAirS“ – einer autarken textilen Klimatisierung für Schutzkleidung. Das System nutzt eine kompressible Einlegesohle, die durch Laufbewegungen Druckluft erzeugt. Mitte Juni soll die Technologie in Berlin vorgestellt werden.
Mängelrekord bei Sicherheitsanlagen
Der TÜV Baurechtsreport 2026 schlägt Alarm: Die Quote wesentlicher Mängel an sicherheitsrelevanten Anlagen erreichte 2025 einen Höchststand. Besonders kritisch: Sicherheitsbeleuchtung und Sicherheitsstromversorgung. In rund 35 Prozent der Fälle stellten Prüfer wesentliche Mängel fest. Eine unzureichende Beleuchtung erhöht das Risiko für Stolper- und Sturzunfälle erheblich.
Die Folgen baulicher Mängel zeigten sich Anfang Juni auf Sylt. Ein massives Beton-Vordach stürzte in einer Fußgängerzone auf den Gehweg. Verletzt wurde niemand, doch die Polizei ermittelt wegen möglicher Baumängel. Die Konstruktion war 30 Meter lang.
Anzeige: Der TÜV-Report 2026 schlägt Alarm: 35 % der Sicherheitsbeleuchtungen haben wesentliche Mängel – das erhöht das Sturzrisiko massiv. Ab Juli übernimmt die Krankenkasse zudem neue Präventionsleistungen für Mitarbeiter ab 50. Nutzen Sie diesen Leitfaden, um Ihre Beleuchtung und Sturzprävention auf den neuesten Stand zu bringen – bevor die nächste Kontrolle kommt. Präventions-Plan jetzt sichern
Neue Vorsorge gegen Sturzrisiken
Ab dem 1. Juli übernimmt die Krankenversicherung präventive physiotherapeutische Leistungen zur Abklärung von Sturzrisiken im Alter. Der Bundesrat hatte die Maßnahme bereits im Vorjahr beschlossen.
Ende Juni diskutieren Experten auf der Brandschutzmesse FeuerTrutz in Nürnberg über moderne Präventionskonzepte. Neben klassischen Sicherheitsthemen stehen Künstliche Intelligenz sowie die Sicherheit von Photovoltaik- und Lithium-Ionen-Batteriesystemen auf der Agenda.
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