Arbeitsschutz, Exoskelette

Arbeitsschutz: Exoskelette senken Muskelbelastung um 65 Prozent

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 00:46 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Unternehmen setzen verstärkt auf Exoskelette, KI-Coaches und neurowissenschaftliche Führungstrainings, um Mitarbeiter zu entlasten und die betriebliche Gesundheitsförderung zu modernisieren.

KI und Roboter: Neue Technologien für mehr Gesundheit am Arbeitsplatz
Logistikmitarbeiter trägt ein Exoskelett und arbeitet mit einem Roboterarm in einem modernen Lagerhaus. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Physische Assistenzsysteme, KI-Coaches und neurowissenschaftliche Trainings für Führungskräfte: Unternehmen setzen immer stärker auf Technologie, um Mitarbeiter zu entlasten und die Gesundheit zu fördern.

Exoskelette und Roboter entlasten die Logistik

In der Lagerarbeit wird die körperliche Belastung zunehmend zur Chefsache. Forscher der TU München haben im Projekt „WearaCob“ ein Exoskelett mit einem kollaborativen Roboterarm kombiniert. Das System senkt den Muskelaufwand der Anwender um bis zu 65 Prozent. Die Programmierung erfolgt intuitiv durch manuelles Führen – ohne Programmierkenntnisse. Partner sind unter anderem Neura Robotics und Akina.

Rossmann geht noch einen Schritt weiter. Der Drogeriehändler testet ab 2026 am Standort Burgwedel den humanoiden Roboter Walker S2 von UBTech. Das System hat 52 Freiheitsgrade und navigiert autonom. Ziel: repetitive und belastende Tätigkeiten automatisieren. Unterstützt wird das Projekt von Terra Robotics.

Der Hintergrund: Der Druck in der Paketzustellung wächst. Die Bundesnetzagentur verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 rund 35.728 Beschwerden im Postsektor – ein Anstieg von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Deutsche Post verweist auf die geringe Fehlerquote im Verhältnis zum Gesamtvolumen. Verbraucherschützer kritisieren die Zustellqualität.

Digitale Gesundheitscoaches für den Büroalltag

Auch in der Verwaltung ändert sich der Arbeitsschutz. Die Landeshauptstadt Düsseldorf erhielt am 9. Juli 2026 einen Gesundheitspreis in der Kategorie Innovation und Engagement. Die Stadt setzt auf KI-gestützte Ergonomie-Coaches und Virtual-Reality-Angebote. Rund 300 Beschäftigte wurden zu Ersthelfenden für psychische Gesundheit ausgebildet.

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Das Softwareunternehmen MIC aus Linz zeigt, was langfristige Gesundheitsförderung bewirken kann. Das Programm „fit2mic“ läuft seit 2013 und umfasst rund 40 Maßnahmen – von psychologischer Online-Beratung bis Yoga. Die Krankenstandstage liegen laut Unternehmensangaben 25 Prozent unter dem Branchendurchschnitt. Die Fluktuationsrate beträgt 6,6 Prozent, der Branchenschnitt liegt bei 15 bis 20 Prozent. Rund 40 Prozent der 600 Mitarbeitenden nehmen teil.

Neurowissenschaften für Führungskräfte

Das Fraunhofer IAO startet im November 2026 das Programm „Cortex Circle“. Es richtet sich an Führungskräfte auf C-Level-Ebene. Über fünf Monate werden kognitive Muster mit Wearables und Eye-Tracking sichtbar gemacht. Ziel: kognitive Resilienz stärken und Entscheidungsmuster unter Druck analysieren.

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Für besonders belastete Berufsgruppen gibt es niedrigschwellige Lösungen. Die Plattform NeuroVoice nutzt kurze Impulse zur Stressprävention nach Einsätzen – etwa bei der Feuerwehr. Das Verfahren basiert auf dem KODEX-System und spricht Körperregulation und Orientierung an. Es soll die Selbstregulationsfähigkeit unmittelbar nach belastenden Ereignissen unterstützen.

Die Digitalisierung verändert auch die technische Basis der Arbeitsplätze. Anbieter wie DeutschlandGPT integrieren KI direkt in Büro-Infrastrukturen. Unternehmen wie ACP und IGEL setzen auf spezialisierte Betriebssysteme für Thin Clients – für digitale Souveränität und Sicherheit in hybriden Arbeitsumgebungen.

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