Arbeitsschutz, DGUV

Arbeitsschutz: DGUV Vorschrift 2 vereinfacht Betreuung für kleine Betriebe

18.06.2026 - 08:33:38 | boerse-global.de

Die überarbeitete DGUV Vorschrift 2 entlastet kleine Betriebe und ermöglicht digitale Beratungen mit Auflagen.

Neue Arbeitsschutzregeln 2026: Entlastung für kleine Betriebe
Arbeitsschutz - Ein stilisiertes Büro mit einem Tablet, das DGUV-Vorschriften anzeigt, symbolisiert digitale Anpassungen im Arbeitsschutz. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die überarbeitete DGUV Vorschrift 2 ist am 1. Januar 2026 in Kraft getreten und bringt zentrale Änderungen für Betriebe.

Kleine Betriebe profitieren von höheren Grenzen

Die wichtigste Neuerung: Die Beschäftigtengrenze für die vereinfachte Regelbetreuung wurde von 10 auf 20 Mitarbeiter angehoben. Das bedeutet mehr Entlastung für kleinere Unternehmen. Auch das sogenannte Kompetenzzentrenmodell – eine alternative, bedarfsorientierte Betreuung – gilt jetzt bis 20 Beschäftigte.

Ziel der Reform: Weniger Bürokratie bei gleichbleibender Qualität der Grundbetreuung.

Anzeige

Trotz bürokratischer Entlastungen bleiben die gesetzlichen Anforderungen an die Dokumentation hoch. Mit diesen praxiserprobten Vorlagen und Checklisten erstellen Sie rechtssichere Gefährdungsbeurteilungen, die jeder behördlichen Prüfung standhalten. Rechtssichere GBU-Vorlagen jetzt kostenlos herunterladen

Digitale Beratung wird erlaubt – mit Einschränkungen

Die Novelle reagiert auf die zunehmende Digitalisierung. Beratungen per Telefon oder Videokonferenz sind jetzt explizit erlaubt. Voraussetzung: Der Betriebsarzt oder die Fachkraft muss die Verhältnisse im Betrieb bereits kennen.

Die digitale Beratung darf maximal ein Drittel des gesamten Betreuungsumfangs ausmachen. In begründeten Ausnahmefällen sind bis zu 50 Prozent möglich. Der Gesetzgeber will so sicherstellen, dass die Präsenz vor Ort für Gefährdungsbeurteilungen erhalten bleibt.

Neue Fachkräfte willkommen

Die Reform öffnet den Beruf der Fachkraft für Arbeitssicherheit für mehr akademische Abschlüsse. Künftig sind auch Physiker, Chemiker, Biologen und Humanmediziner zugelassen. Ergänzend werden Qualifikationen in Ergonomie, Arbeitspsychologie oder Arbeitshygiene anerkannt.

Die Kehrseite: Strengere Dokumentationspflichten. Betriebsärzte und Fachkräfte müssen regelmäßig Fortbildungsnachweise erbringen.

Weitere Änderungen im Arbeitsschutz

Parallel zur DGUV Vorschrift 2 gab es weitere Anpassungen. Ende Mai 2026 trat eine Novellierung des § 22 SGB VII in Kraft – sie betrifft die Rolle der Sicherheitsbeauftragten. Zudem wurde Parkinson durch Pestizide offiziell als Berufskrankheit anerkannt.

Anzeige

Ob neue Grenzwerte oder geänderte Vorschriften – viele Unternehmen machen unbewusst Fehler bei der GBU, die teure Konsequenzen haben können. Dieser kostenlose Experten-Report deckt die 7 häufigsten Irrtümer auf und zeigt Ihnen den Weg zur rechtssicheren Dokumentation. Gratis-Report: Die 7 größten GBU-Irrtümer vermeiden

Auch technische Standards wurden aktualisiert. Seit Januar definiert die Norm ISO 3941:2026 mit der Brandklasse L eine eigene Kategorie für Lithium-Ionen-Batterien. Das stellt neue Anforderungen an den betrieblichen Brandschutz. Für elektrische Prüfungen bleibt die TRBS 1203 maßgeblich – sie fordert eine regelmäßige Aktualisierung der Fachkenntnisse, in der Praxis alle drei Jahre.

de | wirtschaft | 69569918 |