Arbeitsschutz: BAuA aktualisiert Handbuch zur Gefährdungsbeurteilung
19.06.2026 - 18:21:28 | boerse-global.de
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat im Mai 2026 ein aktualisiertes Handbuch zur Gefährdungsbeurteilung veröffentlicht. Unternehmen müssen ihre Sicherheitsstrategien nun neu ausrichten – besonders bei psychischen Belastungen und digitalen Unterweisungen.
Die neuen Vorgaben der BAuA unterstreichen, wie schnell klassische GBU-Formulare veralten und rechtliche Risiken bergen können. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen, wie Sie rechtssichere Gefährdungsbeurteilungen erstellen, die von Aufsichtsbehörden sofort anerkannt werden. Kostenlose Vorlagen und Checklisten jetzt herunterladen
Psychische Gefährdungen rücken in den Fokus
Das neue Handbuch bietet Arbeitgebern eine systematische Grundlage für sichere Arbeitsprozesse. Ein zentraler Punkt: Der Abschnitt zu psychischen Gefährdungen wurde komplett überarbeitet. Grundlage sind aktuelle Forschungsergebnisse zur psychischen Gesundheit in der modernen Arbeitswelt.
Die Zahlen zeigen, warum das nötig ist. 2018 verzeichnete die BAuA rund 708,3 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage. Die volkswirtschaftlichen Produktionsausfälle? Geschätzte 85 Milliarden Euro. Im selben Zeitraum dokumentierten die Behörden 949.309 Arbeitsunfälle – 541 davon tödlich.
Die Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) bleibt das zentrale Instrument, um solche Risiken präventiv zu minimieren.
Digitale Unterweisungen: Das müssen Unternehmen beachten
Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) wird die Digitalisierung der jährlichen Unterweisungspflicht immer wichtiger. Online-Unterweisungen sind unter dem Konzept des Blended Learning offiziell anerkannt – wenn sie die Kriterien der DGUV Information 211-005 erfüllen.
Was ist dafür nötig? Die Inhalte müssen arbeitsplatzbezogen aufbereitet sein. Eine Verständnisprüfung ist zwingend erforderlich. Und während der Bearbeitung muss eine qualifizierte Ansprechperson erreichbar sein.
Entscheidend für die Compliance: Die rechtssichere Dokumentation muss mindestens zwei Jahre aufbewahrt werden. Das Haftungsrisiko bei fehlenden Nachweisen ist erheblich. Laut Sozialgesetzbuch (SGB VII) drohen Regressansprüche, Bußgelder nach dem Arbeitsschutzgesetz kommen hinzu.
Da die Anforderungen an die Dokumentationspflichten stetig steigen, ist eine strukturierte Erfassung aller Gefährdungsfaktoren für Sifas unerlässlich. Erfahrene Arbeitsschutzprofis nutzen diese bewährten Vorlagen, um den gesetzlichen Anforderungen nach § 5 ArbSchG effizient und sicher gerecht zu werden. Jetzt kostenlosen GBU-Report inkl. Checklisten sichern
NIS-2 erweitert die Compliance-Pflichten
Neben dem klassischen Arbeitsschutz rücken IT-Sicherheit und Infrastrukturschutz in den Fokus. Die seit Dezember 2025 geltende NIS-2-Richtlinie betrifft in Deutschland schätzungsweise 30.000 bis 40.000 Unternehmen. Sie müssen spezifische Sicherheitsmaßnahmen nachweisen.
Experten von TÜV Informationstechnik warnen: Bei Versäumnissen drohen persönliche Haftungsrisiken für Vorstand und Geschäftsführung. Ab Ende Juni bis Oktober 2026 werden spezielle Schulungen angeboten, die Führungskräfte für die neuen Dokumentations- und Sorgfaltspflichten sensibilisieren.
Lernen durch Erleben: Prävention zum Anfassen
Parallel zu theoretischen Unterweisungen setzen Sicherheitsbehörden auf erlebbare Prävention. Das Fraunhofer IAO nutzt ein Lernlabor, in dem Cyberangriffe simuliert werden – von Ransomware-Prozessen bis zu KI-gestütztem Spear-Phishing. Ziel: Handlungssicherheit bei den Beschäftigten erzeugen.
Auch die Verkehrssicherheit wird verstärkt. Zum Tag der Verkehrssicherheit am 20. Juni 2026 startet die Polizei in Niedersachsen Aktionen unter dem Motto „Sicher im Verkehr“. Spezielle Seminare für Autofahrer finden unter anderem am 23. Juni in Hildesheim statt.
Für Einsatzkräfte wie Feuerwehren wurden auf der INTERSCHUTZ 2026 neue Konzepte zur Einsatzhygiene vorgestellt. Sie zielen darauf ab, durch kontaminationsarme Entkleidung und Reinigung die Gesundheitsrisiken nach Gefahrstoffeinsätzen zu minimieren.
