Arbeitsrecht zur WM: Kein Anspruch auf Fußball während der Arbeit
19.06.2026 - 16:41:49 | boerse-global.de
Juni. Wegen der Zeitverschiebung kollidieren die späten Anstoßzeiten mit Arbeitszeiten und Lärmschutzregeln.
Kein Anspruch auf Fußball während der Arbeit
Arbeitnehmer haben keinen gesetzlichen Anspruch, WM-Spiele während der Arbeitszeit zu schauen. Die Pflicht zur Arbeitsleistung geht vor. Wer eigenmächtig den Arbeitsplatz verlässt oder ohne Erlaubnis streamt, riskiert Abmahnung oder Kündigung.
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Erlaubt ist das nur, wenn der Chef es ausdrücklich gestattet. Alternativ können Beschäftigte ihre gesetzlichen Pausen nutzen: Bei mehr als sechs Stunden Arbeit stehen mindestens 30 Minuten frei, ab neun Stunden sind es 45 Minuten.
Ein automatischer Anspruch auf Urlaub oder Gleitzeit für bestimmte Spieltage besteht nicht. Wer frei haben will, muss das individuell klären. Besonders in sensiblen Bereichen wie Apotheken warnen Experten vor Übermüdung nach nächtlichen Übertragungen. Und: Fan-Trikots im Dienst? Nur mit Zustimmung der Leitung.
Public Viewing wird teuer für Gastronomen
Betriebe, die Spiele öffentlich zeigen wollen, brauchen eine Lizenz. Telekom und Sky bieten dafür den „GastroPass“ – vom 1. Juni bis 31. August. Kostet 299 Euro netto, jeder weitere Bildschirm schlägt mit 49 Euro netto zu Buche. Dafür laufen alle 104 WM-Spiele über MagentaTV und Sky.
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In vielen Großstädten gibt es 2026 keine zentralen Fanmeilen. Der Berliner Senat begründete das mit fehlender wirtschaftlicher Rentabilität. Kleinere Betriebe dürfen Spiele in genehmigten Außenbereichen mit normalen Fernsehern zeigen – müssen aber lokale Sperrzeiten einhalten.
Lärmschutz: Ausnahmen für späte Spiele
Das Bundesumweltministerium hat eine Verordnung erlassen, die Ausnahmen beim Lärmschutz ermöglicht. In Frankfurt laufen Spiele freitags und samstags bis 1 Uhr nachts, an anderen Tagen bis Mitternacht – ohne Extra-Antrag.
In Hessen gibt es zahlreiche Public-Viewing-Events: In der Probonio-Arena in Kassel oder am Frankfurter Flughafen, wo alle 104 Spiele gezeigt werden. Für das Deutschland-Spiel am Samstag, den 20. Juni, laufen die Vorbereitungen. In Essen wurden LED-Wände erhöht und zusätzliche Kapazitäten geschaffen.
Für Diskussionen sorgt ein Flaggenverbot im Kasseler Kulturzentrum Schlachthof. Die Geschäftsführung verteidigt die Maßnahme als langjährige Tradition, um Ausgrenzung zu vermeiden. CDU, SPD und Grüne kritisieren das Verbot.
FIFA-Sponsoring unter Beobachtung
MagentaTV überträgt alle 104 Spiele, 44 davon exklusiv. Die von der FIFA angeordneten dreiminütigen Trinkpausen nutzt der Sender für Werbung. ARD und ZDF zeigen die Spiele in ihren Mediatheken, verzichten aber zwischen 20 und 24 Uhr auf Werbung.
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat ein Prüfverfahren gegen den FIFA-Partner ADI Predictstreet eingeleitet. Vorwurf: unerlaubtes Glücksspiel ohne Lizenz. Das Unternehmen hatte kurz nach seiner Gründung ein Sponsoring-Paket für 150 Millionen US-Dollar mit der FIFA abgeschlossen. Es weist die Vorwürfe zurück.
