Arbeitsmarkt, Ifo-Barometer

Arbeitsmarkt: Ifo-Barometer fällt auf 92,3 Punkte – Jobabbau droht

26.06.2026 - 12:19:14 | boerse-global.de

Der Ifo-Index klettert im Juni leicht, doch das Beschäftigungsbarometer fällt deutlich. Industrie und Baugewerbe leiden weiter unter Auftragsmangel.

Ifo-Geschäftsklima steigt: Deutsche Wirtschaft bleibt angespannt
Arbeitsmarkt - Eine gestresste Person in einem modernen Büro mit unscharfen Kollegen im Hintergrund, die einen Jobabbau andeutet. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte im Juni auf 85,6 Punkte – nach 85,0 Punkten im Mai. Analysten hatten etwas weniger erwartet. Sowohl die aktuelle Lage (87,0 Punkte) als auch die Erwartungen für die kommenden Monate verbesserten sich leicht.

Doch der vorsichtige Optimismus in den Chefetagen hat einen Haken: Das Ifo-Beschäftigungsbarometer stürzte von 93,9 auf 92,3 Punkte ab. Die Unternehmen planen offenbar vermehrt, Stellen zu streichen.

Industrie und Baugewerbe besonders betroffen

Das Ifo-Institut sieht den Arbeitsmarkt trotz Stimmungsaufhellung weiter in der Schwächephase. Besonders Industrie und Baugewerbe leiden unter Auftragsmangel und schwacher Nachfrage. Die Personalplanungen fallen dort entsprechend düster aus.

In der Industrie zeigen sich die Erwartungen zwar etwas weniger pessimistisch. Der Weg aus dem konjunkturellen Tal bleibt aber lang. Besonders hart trifft es die Automobilbranche: Ihr Exportindikator fiel weiter auf -17,9 Punkte.

Auch Maschinenbau und Chemieindustrie bleiben skeptisch. Einziger Lichtblick: Die Elektroindustrie sendet vorsichtige Hoffnungssignale.

Dienstleistungen uneinheitlich – Handel stabilisiert sich

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Der Dienstleistungssektor zeigt ein gemischtes Bild. Transport- und Logistikunternehmen setzen ihre Erholung fort. Der Tourismus kämpft dagegen weiter mit schwierigen Bedingungen. Im Handel zeichnet sich eine vorsichtige Stabilisierung ab – strukturelle Probleme bremsen aber eine dynamische Entwicklung.

Was treibt die Stimmung?

Der wichtigste Grund für den Stimmungsanstieg: die Hoffnung auf Entspannung im Nahen Osten. Ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran sowie ein geplanter 60-Tage-Fahrplan für Friedensgespräche ließen die Ölpreise zuletzt fallen. Das dämpft die Inflationssorgen.

Ökonomen warnen jedoch vor verfrühter Euphorie. Die Straße von Hormus bleibt blockiert – das belastet die weltweiten Lieferketten massiv. Die Commerzbank sieht den Stimmungsanstieg primär als Reaktion auf fallende Rohölpreise, nicht als fundierte Friedenshoffnung. Die Deutsche Bank betont: Es könne Wochen dauern, bis Unternehmen der fragilen Entspannung trauen.

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Konjunktur bleibt unter Druck

Die BIP-Prognosen für 2026 und 2027 liegen konstant bei 0,8 Prozent Wachstum. Stützend wirken derzeit vor allem staatliche Investitionen. Der Energiepreisschock infolge der weltpolitischen Krisen bremst die Wirtschaft weiter.

Die DIHK spricht von einer Doppelkrise aus Kriegsfolgen und tiefgreifenden Standortproblemen. Der DIHK-Stimmungsindex lag im Frühsommer mit 88,1 Punkten deutlich unter dem Wert von 95,9 Punkten zu Jahresbeginn. Auch der Ifo-Index liegt mit 85,6 Punkten spürbar unter dem Niveau vor Ausbruch der Konflikte im Februar – damals waren es 88,5 Punkte.

de | wirtschaft | 69632009 |