Arbeitsmarkt 2026: BA rechnet mit Defizit von über 5 Milliarden Euro
01.06.2026 - 11:12:29 | boerse-global.deDas Statistische Bundesamt meldet einen Rückgang um 45 Prozent auf nur noch 235.000 Menschen. Zum Vergleich: 2024 waren es noch 430.000 Zugewanderte.
Weniger kommen, ähnlich viele gehen
Der Einbruch hat zwei Ursachen: Deutlich weniger Menschen ziehen nach Deutschland, während die Abwanderung nahezu stabil bleibt. Rund 1,48 Millionen Menschen kamen 2025 ins Land – ein Minus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Ausreisen sank dagegen nur leicht um zwei Prozent auf 1,25 Millionen.
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Besonders stark fiel der Rückgang bei Kriegsflüchtlingen aus. Die Zahl der Zuzüge aus Syrien brach um 67 Prozent auf 25.000 ein. Auch aus der Türkei (-41 Prozent, 24.000) und Afghanistan (-41 Prozent, 19.000) kamen deutlich weniger Menschen. Aus der Ukraine zogen 96.000 Personen nach Deutschland – ein Rückgang um 21 Prozent.
Deutschland verliert an EU-Binnenmarkt
Erstmals seit Jahren fällt die Bilanz mit anderen EU-Staaten negativ aus: 54.000 mehr Menschen verließen Deutschland in Richtung eines anderen EU-Landes, als von dort kamen. Auch die Abwanderung deutscher Staatsbürger setzt sich fort. 97.000 Deutsche mehr wanderten aus, als zurückkehrten. Die beliebtesten Ziele: die Schweiz, Österreich und Spanien.
Berlin verliert, Brandenburg gewinnt
Die Binnenwanderung zeigt ein bekanntes Muster: Berlin verzeichnete einen Nettoverlust von 12.000 Einwohnern an andere Bundesländer. Das benachbarte Brandenburg gewann dagegen 9.000 Menschen hinzu. Auch Bayern und Schleswig-Holstein verbuchten deutliche Zugewinne.
Rekord bei Einbürgerungen
Trotz des Rückgangs der Zuwanderung: Die Zahl der Einbürgerungen erreichte einen neuen Höchststand. Rund 310.000 Menschen erhielten 2025 die deutsche Staatsbürgerschaft. Seit Inkrafttreten des neuen Staatsangehörigkeitsrechts im Juni 2024 wurden insgesamt etwa 600.000 Pässe ausgestellt.
Arbeitsmarkt unter Druck
Die Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die Bundesagentur für Arbeit rechnet für 2026 mit einem Defizit von über fünf Milliarden Euro – interne Schätzungen gehen sogar von bis zu acht Milliarden aus. Grund sind die schwächelnde Konjunktur und steigende Arbeitslosigkeit. Die Prognose für die Zahl der Arbeitslosen wurde auf 2,978 Millionen nach oben korrigiert.
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Besonders alarmierend: Rund 2,86 Millionen Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren haben keinen Berufsabschluss – das sind fast 20 Prozent dieser Altersgruppe. Im Bildungsbereich zeigen sich die Folgen ebenfalls: In Hessen etwa benötigte fast jedes dritte Kind vor der Einschulung verpflichtende Deutsch-Vorkurse.
Neue Regeln in Sicht
Mehrere Gesetzesänderungen stehen bevor. Das neue europäische Asylsystem (GEAS) soll im Juni 2026 starten. Das Bundesforschungsministerium arbeitet zudem an einer Bafög-Reform, die bis Ende Juli 2026 vom Kabinett verabschiedet werden soll – mit dem Ziel, sie zum Wintersemester 2026/27 in Kraft zu setzen. Der Vorsitzende der SPD-Jugendorganisation kritisierte den Zeitplan bereits als zu langsam.
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