Arbeitsgesundheit: 50% klagen über Schlafstörungen durch Beruf
23.06.2026 - 01:30:41 | boerse-global.de
Das zeigen aktuelle Branchenberichte vom Juni 2026. Versicherer, Kammern und Bildungsträger reagieren nun mit neuen Angeboten zur Prävention und Qualifizierung.
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Neue Präventionsprodukte für Unternehmen
Die NÜRNBERGER Versicherung bringt gemeinsam mit dem Partner XUND ein neues Präventionsprodukt in der betrieblichen Krankenversicherung auf den Markt. Es kombiniert digitale Risikoanalysen mit Vorsorgemaßnahmen. Ziel: Ausfallzeiten reduzieren und Arbeitgeber attraktiver machen.
Parallel dazu findet am 26. Juni ein kostenfreier Online-Workshop statt. Er richtet sich an Ausbildungsverantwortliche und wird von den Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern aus Magdeburg und Halle unterstützt. Die Veranstaltung behandelt Gesprächsführung und psychische Gesundheit im Ausbildungsalltag. Gefördert wird das Projekt durch die Initiative Bildungsketten.
Qualifizierungswege und rechtliche Neuerungen
Ab dem 23. November bietet die alfatraining Bildungszentrum GmbH einen zwölfwöchigen Lehrgang zum HSE-Koordinator an. Die Teilnehmer schließen als betrieblicher Gesundheitsmanager sowie als Beauftragter für Arbeitsschutz- und Umweltschutzmanagement ab – geprüft durch den TÜV Rheinland. Anfang September startet zudem in Wien eine Ausbildung zur Sicherheitsvertrauensperson mit Fokus auf Gefährdungserkennung und das STOP-Prinzip.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen wurden Ende Mai angepasst. Seit dem 29. Mai gilt eine Novellierung des Siebten Buches Sozialgesetzbuch, die die Rolle der Sicherheitsbeauftragten betrifft. Zwei Tage zuvor erkannte das Bundeskabinett Parkinson-Erkrankungen durch Pestizide offiziell als Berufskrankheit an. Für 2027 ist zudem eine Änderung geplant: Krankenkassen dürfen Versicherte bei Arbeitsunfähigkeit künftig unter bestimmten Bedingungen auch ohne vorherige Zustimmung kontaktieren.
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Warnungen aus der Wissenschaft
Fachverbände mahnen zur Vorsicht bei der Gestaltung von Arbeitsbedingungen. Bereits im März kritisierte die Initiative AOP-GA, der unter anderem der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen angehört, die Debatte um eine Lockerung des Arbeitszeitgesetzes. Eine Abkehr vom Achtstundentag könne zu erhöhten Gesundheitsrisiken führen. Die Initiative fordert stattdessen hohe Schutzstandards auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Dass berufliche Teilhabe nach einer Erkrankung gelingen kann, zeigte das Berufliche Trainingszentrum am BFW Leipzig Anfang Juni. Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens diskutierten Experten über die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen und die Zukunft der beruflichen Rehabilitation. Spezialisierte Trainingszentren spielen demnach eine wesentliche Rolle bei der Rückkehr ins Erwerbsleben.
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin entwickelt derweil KI-gestützte Systeme zur Erkennung von Hautschadstoffen am Arbeitsplatz – ein weiterer Baustein für mehr Prävention im Arbeitsalltag.
