Altersvorsorge, Rentenlücke

Altersvorsorge: Rentenlücke über 1.400 Euro monatlich schließen

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 21:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die Rentenlücke vieler Erwerbstätiger ist enorm. Ein digitaler Rechner hilft, den persönlichen Fehlbetrag schnell zu ermitteln.

Rentenlücke per Smartphone berechnen: So geht's
Hände halten ein Smartphone, das eine Rentenlückenberechnung anzeigt, mit verschwommenen Dokumenten im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Juli um 4,24 Prozent gestiegen. Doch für viele Erwerbstätige bleibt eine massive Lücke im Alter. Experten zeigen: Die lässt sich in wenigen Minuten per Smartphone berechnen.

Digitale Lücken-Check: So funktioniert die Berechnung

Die Formel ist simpel: Wer seinen künftigen Bedarf kennt, kann gegensteuern. Finanzexperten empfehlen ein schrittweises Vorgehen. Zuerst den Bedarf ermitteln – üblicherweise 70 bis 80 Prozent des aktuellen Nettoeinkommens.

Dann die voraussichtliche reale Rente bestimmen. Das Rentenniveau liegt bis 2031 bei 48 Prozent. Von der Bruttorente gehen Steuern und Sozialabgaben ab – pauschal oft 18 Prozent. Entscheidend ist der Kaufkraftverlust: Für 20 Jahre Ruhestand wird ein Inflationsfaktor von 0,61 angewandt.

Die Differenz zwischen Bedarf und realer Rente ergibt die monatliche Lücke. Bei 2.800 Euro Netto kann die nach Berechnungen von Fachleuten bei über 1.400 Euro pro Monat liegen.

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Demografischer Druck: 4,3 Millionen Erwerbstätige weniger bis 2036

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) schlägt Alarm. Eine Studie vom Juli 2026 prognostiziert einen Rückgang der Erwerbsbevölkerung um 4,3 Millionen Menschen – 1,3 Millionen mehr als bisher angenommen. Bereits 2025 sank die Einwohnerzahl um rund 100.000.

Die Rentenkommission hat Anfang Juli 33 Empfehlungen vorgelegt. Kernpunkte: Die schrittweise Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67,5 Jahre bis 2041. Die abschlagsfreie Frührente soll wegfallen – ein vorzeitiger Ruhestand wäre dann erst mit Abschlägen ab 64 Jahren möglich.

Ab 2028 ist ein Zusatzbeitrag von zwei Prozent für eine kapitalgedeckte Rente geplant. Auch eine Vorsorgepflicht für Selbstständige, Politiker und Vorstände steht auf dem Reformplan.

ETF-Sparpläne: Der Renditeunterschied ist enorm

Um die Lücke zu schließen, setzen Experten auf renditestarke Anlageformen. Der Vergleich zeigt den Effekt: 300 Euro monatlich auf einem Tagesgeldkonto mit zwei Prozent Zinsen bringen über 30 Jahre rund 148.000 Euro. Die gleiche Summe in breit gestreute Indexfonds investiert – bei sieben Prozent Rendite – wächst auf 340.000 Euro an.

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Zusätzliche Spielräume eröffnet die jüngste Steuerreform. Eine Musterfamilie mit zwei Kindern und 60.000 Euro Brutto wird um 40 bis 60 Euro pro Monat entlastet. Finanzexperten raten: Diesen Betrag direkt in die Altersvorsorge stecken. 50 Euro monatlich können nach 30 Jahren rund 60.500 Euro zusätzliches Kapital bilden.

Seit Januar 2026 gibt es zudem die Aktivrente: Zuverdienste bis 2.000 Euro bleiben steuerfrei – ein Anreiz für längeres Arbeiten.

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