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Altersvorsorge 2026: Bis zu 61.652 Euro steuerlich absetzbar

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 22:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Betriebliche Policen senken den Gewinn; private Vorsorgebeiträge und Altersvorsorge folgen eigenen Abzugsregeln und Höchstgrenzen.

Versicherungen für Selbstständige: Was steuerlich absetzbar ist
Ein aufgeräumter Schreibtisch mit leeren Steuerdokumenten und einem Füllfederhalter bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Selbstständige und Freiberufler tragen ihre geschäftlichen und persönlichen Risiken weitgehend eigenverantwortlich. Entsprechend vielfältig fällt der Versicherungsschutz aus, der den laufenden Betrieb und die eigene Existenz absichern soll.

Aktuelle steuerliche Ratgeber erläutern, wie die anfallenden Prämien steuerlich geltend gemacht werden können und an welchen Stellen der Steuererklärung sie einzutragen sind. Entscheidend ist dabei die strikte Trennung zwischen betrieblich veranlassten Absicherungen und persönlichen Vorsorgeaufwendungen.

Betriebliche Policen mindern den Gewinn in der EÜR

Versicherungsverträge, die unmittelbar betriebliche Risiken absichern, gelten nach § 4 Abs. 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) als Betriebsausgaben. Sie mindern den steuerlichen Gewinn direkt und werden in der Anlage Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) verbucht.

Für diese Ausgaben existiert kein versicherungsspezifischer Höchstbetrag. Ein Jahresbeitrag von 480 Euro für eine Betriebshaftpflichtversicherung ist beispielsweise in voller Höhe abzugsfähig. Zu beachten ist dabei, dass die in den Beiträgen enthaltene Versicherungssteuer nicht als Vorsteuer abgezogen werden kann.

Zu den typischen betrieblichen Policen zählen neben der Betriebshaftpflicht auch die Berufs- beziehungsweise Vermögensschadenhaftpflicht, die betriebliche Rechtsschutzversicherung, Betriebsunterbrechungs- und Inhaltsversicherungen sowie Cyber- und betriebliche Unfallpolicen.

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Während eine Betriebshaftpflicht Personen-, Sach- und daraus resultierende Folgeschäden abdeckt, erfordern reine Vermögensschäden, wie etwa Beratungsfehler, eine gesonderte Berufs- oder Vermögensschadenhaftpflicht.

Nach § 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) ist die Haftung grundsätzlich unbegrenzt. Gesetzlich verpflichtend ist eine solche Absicherung allerdings nur für ausgewählte Berufsgruppen wie Rechtsanwälte, Steuerberater, Architekten oder Bewachungsunternehmen.

Fachleute verweisen zudem auf Gefahren durch lückenhafte Betriebsbeschreibungen, zu niedrige Deckungssummen, veraltete Policen sowie Ausschlüsse bei Tätigkeits-, Mietsach- oder Auslandsschäden und dem Einsatz von Subunternehmern.

Auch Nebenkosten im geschäftlichen Kontext bieten Abzugspotenzial: So können Selbstständige bei einer gewerblichen Mitnutzung einer Immobilie die Grunderwerbsteuer als Betriebsausgabe ansetzen, sofern der private und gewerbliche Anteil bereits im Kaufvertrag klar aufgeteilt sind.

Vorsorgeaufwendungen und gesetzliche Höchstgrenzen

Persönliche Absicherungen gehören nicht in den betrieblichen Bereich, sondern werden als Sonderausgaben in der Anlage Vorsorgeaufwand erfasst. Beiträge zur Basisabsicherung der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sind nach § 10 EStG grundsätzlich unbegrenzt abziehbar. Besteht in der gesetzlichen Krankenversicherung ein Anspruch auf Krankengeld, wird der ansetzbare Beitrag jedoch pauschal um 4 Prozent gekürzt.

Sonstige Vorsorgeaufwendungen, zu denen Privathaftpflicht-, private Unfall-, Risikolebens- und eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherungen gehören, unterliegen hingegen einem festen gemeinsamen Höchstbetrag. Dieser liegt bei 2.800 Euro pro Jahr und sinkt auf 1.900 Euro, wenn steuerfreie Zuschüsse oder Erstattungsansprüche bestehen.

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Weil bereits die Beiträge zur Basis-Kranken- und Pflegeversicherung auf diesen Höchstbetrag angerechnet werden, laufen zusätzliche Policen steuerlich häufig ins Leere: Werden beispielsweise 6.000 Euro für die Basisabsicherung und 120 Euro für eine Privathaftpflicht gezahlt, bringt der Beitrag zur Privathaftpflicht keinen zusätzlichen Abzug.

Die Altersvorsorge über die gesetzliche Rentenversicherung, berufsständische Versorgungswerke oder zertifizierte Rürup-Verträge ist seit 2023 zu 100 Prozent steuerlich absetzbar.

Im Jahr 2025 lag der Höchstbetrag hierfür bei 29.344 Euro für Alleinstehende und bei 58.688 Euro bei einer Zusammenveranlagung. Für das Steuerjahr 2026 belaufen sich diese Grenzen auf 30.826 Euro bei Einzelveranlagung beziehungsweise 61.652 Euro bei Zusammenveranlagung.

Aufteilung bei gemischten Verträgen

In der Praxis existieren häufig Policen, die sowohl betriebliche als auch private Bereiche abdecken. Gehört ein Fahrzeug zum Betriebsvermögen, kann die Kfz-Versicherung vollständig als Betriebsausgabe verbucht werden. Bei einer Unfallversicherung, die sowohl berufliche als auch private Risiken absichert, wird der Beitrag meist hälftig im Verhältnis 50 zu 50 aufgeteilt.

Kombinierte Rechtsschutzverträge dürfen wiederum nur mit dem Anteil als Betriebsausgabe angegeben werden, der nachweislich auf den betrieblichen Schutz entfällt. Riester-Verträge werden getrennt davon in der Anlage AV angegeben.

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